Goldmann 2014
Goldmann 2014

Anna Romer – Das Rosenholzzimmer

 

Dramatische Familiengeschichte

 

„Lauf so schnell wie du kannst und dreh Dich nicht um…..“

 

Das ist ein guter Rat für Audrey Kepler, nachdem sich einiges im neuen Haus entwickelt und entfaltet hat und nachdem sie in diesem Haus im ländlichen Queensland mehr und mehr von dem aufgedeckt hat, was die Vorbesitzer in drei Generationen an dramatischen Wendungen erlebt und initiiert haben.

 

Es braucht nicht lange nach dem Einzug in das geerbte Haus, als ihr die ersten Ungereimtheiten auffallen. Nicht nur, das der Vorbesitzer kurz nach dem Krieg eine junge Frau umgebracht haben soll, auch andere, dunkle Geheimnisse warten in so manchen Ecken und hinter manchen Türen des Hauses.

 

Ein Geflecht von Hass, Lüge, Liebe, Tod und Gewalt ist es, das mehr und mehr zum Vorschein kommt, das zu Zeiten die drei vorhergehenden Generationen im Haus in oft unguter Weise miteinander und untereinander verbunden hat.

 

So intensiv geht Audrey ihren Recherchen nach, dass im Lauf der Zeit Erinnerung, Traum und Realität vor ihren Augen verschwimmen und sie selbst in Gefahr geraten wird, eine durchaus reale Gefahr.

 

So entfaltet Anna Romer mehr und mehr eine auch den Lesser fesselnde Geschichte im Nachgang der Klärung, was genau geschehen ist und wer mit wem oder gegen wen über die Jahrzehnte im Haus agiert hat.

 

Eine Entwicklung im Roman, die das Weiterlesen trotz des eher einfachen Stils lohnt. Auch wenn der Beginn der Geschichte eher stereotyp auf ein bekanntes und „klassisches“ Setting  zu deuten scheint und luftig leicht daherkommt. Ein Eindruck von Oberflächlichkeit, den das  Buch nach einiger Zeit durchaus eines Besseren belehrt.

 

 

Im Stil sehr flüssig und griffig zieht Romer den Leser mehr und mehr bis zum Ende hin hinein in dieses vielschichte Geschichte mit den ebenso vielschichten Protagonisten.

 

M.Lehmann-Pape 2014