S.Fischer 2010
S.Fischer 2010

 

Barbara Wood – Dieses goldene Land

 

Routiniert

 

Lang ist die Liste der Titel der vielschreibenden Autorin Barbara Woods. Darunter eine Vielzahl von Romanen, die man , ohne der Autorin allzu großes Unrecht zuzufügen, als „Unterhaltungslektüre“ eher für den weiblichen Teil der Weltbevölkerung bezeichnen könnte. Mit Herz, Schmerz und der Aufgabe an die jeweilige Protagonistin, ihren Platz im Leben zu erobern und zu festigen.

Nahtlos passt sich in diesen Eindruck auch dieses neue Werk ein.

 

Hannah lebt in England und stammt aus durchaus gutem Hause als Arzttochter, hat selber eine Ausbildung zur Hebamme absolviert, aber aufgrund von unglücklichen Umständen entschließt sie sich, den festgefügten Rahmen des viktorianischen Englands zu verlassen und ihr Leben in die eigenen Hände in der rauen Freiheit des Kontinents Australien zu nehmen.

Natürlich wäre Barbara Wood nicht Barbara Wood, würden nicht umgehend auch die Verwicklungen der Liebe in den Raum treten, die als wiederkehrendes Motiv ihrer Romane nun zeitgleich den Kampf der jungen Frau um einen Platz im neuen Leben begleiten würde.

 

So lässt sie zunächst den Geliebten zu seinen Erforschungen des neuen Kontinents aufbrechen, immerhin verabredet man sich in genau einem Jahr und erobert sich währenddessen zunächst selbst einen Platz im medizinischen Leben der neuen Kolonie Englands. Ein Weg,  auf dem ihr, nach einigen Wirrungen und Irrungen, alle Vorhaben gelingen. Bis hin natürlich zum leidenschaftlich geliebten Mann, mit dem „alles gut wird“ zum Ende des Buches hin. In der Welt von Barbara Woods warten Liebende eben aufeinander, trotz aller Gefährdungen und Versuchungen, die ein solches Jahr in einem brodelnden Aufbruchjahrzehnt mit sich bringen kann.

 

Ergänzt wird diese, durchaus ein wenig seichte und vorhersehbare Geschichte, durch einen weiteren Protagonisten im Buch, den Kontinent selbst. Hier bemüht sich Barbara Wood durchaus um einen Einblick in die raue Natur des Landes, setzt sich mit dem Forscher Neal Scott auf die Spuren der Ureinwohner und lässt durchaus abenteuerliche Sequenzen in den Raum treten, die hier und da für ein wenig Spannung durchaus sorgen.

In Teilen ahnt der Leser die weite, raue Schönheit und ganz eigene Dynamik dieses damals prosperierenden Ortes „Down under“, eine wirklich Bildgewalt aber ist ihr in Stil und Form nicht gegeben, so verbleibt manches nur blass in Erinnerung, anderes wiederum wird nur oberflächlich gestreift.

 

Alles in allem ein routiniert geschriebener, in weiten Teilen vorhersehbarer Roman mit dem Sujet einer inneren „heilen Welt“, in der Liebende sich gewinnen werden und Abenteuer natürlich bestanden werden. Mit einem breitem, weitem Blick auf einen Kontinent voller Dynamik und neuer Möglichkeiten, auf dem Abenteuer damals noch zum Alltag gehörten und unbekannte Landschaften auf ihre Entdeckung warteten. Keine Hochliteratur und kein Buch, was dauerhaft im Gedächtnis bleiben wird, durchaus aber solide Unterhaltung für Leser, die die Verbindung von historischem Roman, fernen Ländern und abenteuerlicher Liebesgeschichte zu schätzen wissen.

 

M.Lehmann-Pape 2011

Barbara Wood

 

wurde in England geboren, lebt aber seit ihrer Kindheit in den Vereinigten Staaten. Seit 1980 widmete sie sich dem Schreiben. Die Recherchen für ihre Bücher führten sie um die ganze Welt. Barbara Woods Romane sind internationale Bestseller und in 30 Sprachen übersetzt.

 

(Quelle: S.Fischer Verlag)