Piper 2016
Piper 2016

Bruns und Brunettti – Lauter schöne Tage

 

Luftige und leichte Komödie

 

„Lauter schöne Tage“ stimmen jetzt gar nicht mal so unbedingt, was zumindest die ein oder andere schmerhafte Episode an Bord des Kreuzfahrtschiffes für Dieter Bruns an Unbill nach sich ziehen wird.

 

Aber allemal besser, und da kann der Leser dem distinguierten, hervorragenden Tänzer und Pensionär Dieter mit seinen 71 Jahren nur zustimmen, als in jener „Seniorenresidenz“ Einzug zu halten, deren Chefin doch sehr auf eine Vertragsunterschrift drängt.

 

Wie gut, dass Dieter mit seiner Tochter just in dem Augenblick sich dort einen ersten Eindruck verschafft, als der wöchentliche Tanznachmittag ansteht und seine elegante Bewegung über das Parkett nicht nur den Bewohnerinnen der Residenz sofort ins Auge fällt.

 

Wie genau Dieter Bruns nun an Bord des Kreuzfahrschiffes landet und wie der fast militärische Drill unter den Animateuren ihm doch auch sauer aufstößt, welche „Typen“ sich dort mit an seinem Tisch befinden werden, wie das alles zusammenhängt und was es mit dieser sehr schönen, jungen Frau genau auf sich hat, das alles wird sich nach relativ kurzer Zeit doch bereits im Buch lüften.

 

Was nicht weiter störend auf den Lesefluss wirkt, da Bruns und Brunetti die Kunst der „leichten Unterhaltung“ durchaus beherrschen, eine passende Mischung zwischen einerseits „Gefahr“ (aber nicht zu doll) und andererseits humorvollen Szenen und realistisch dargestellten Abläufen an Bord herstellen und den Leser damit sehr entspannt unterhalten.

 

Das hierbei dann der (verballhornte) Name eines bekannten Designers nicht ganz „durchgehalten“ wird, sondern in der Schreibweise wechselt, ist dabei ein lässlicher kleiner Fehler. Wie aber jener Designer plötzlich auch seinen Spaß an Bord findet, wie aus einem ernsten und depressiven Ballett eine Truppe mit Esprit entsteht, was es mit einem Mann auf sich hat, der in der täglichen Tanzstunde arg eng an ältere Damen herangeht und was das Geheimnis von Mutter und Sohn am Tisch des Grandseigneurs Dieter Bruns sein mag, all das liest sich anregend und unterhaltsam und bietet ebenso vielfache Situationskomik.

 

Aufgrund der doch eher dünnen Hintergrundgeschichte beginnt der Roman im zweiten Teil dann allerdings zu sehr, sich von „Situation zu Situation“ zu bewegen, bevor am Ende die „Rettung“ des einzig „ernsten Problems“ noch einmal für eine Rundung und gelungene Auswege sorgt.

 

 

Alles in allem eine anregende, lockere und leichte Lektüre, die keine tieferen Ansprüche stellt, aber über weite Strecken gut unterhält.

 

M.Lehmann-Pape 2016