Galiani 2014
Galiani 2014

Toni Mahoni – Alles wird gut

 

Lebt von der munteren Sprache

 

Vielleicht wäre es ja noch mal gut gegangen. Auf dieser Party auf Mallorca, bei den beiden scheinbar steinreichen, coolen Jungs. Bestens gegangen sogar, angesichts dieser Dominik, die dem liebeskranken Herzen Toni Mahoni zumindest körperlich eine sehr attraktive Ablenkung gewähren hätte können.

 

Wäre ihm da nicht das Nasenbluten dazwischen gekommen, als die schöne Spanierin sich in seinen unteren Gefilden bereits mit Genuss zu schaffen machte. Nasenbluten wegen dem Kokain zuvor. Was vielleicht an sich auch schon ein wenig übertrieben war nach dieser Pille, die ihm in die Hand gedrückt worden war. Und nach den Cocktails. Und überhaupt.

 

Das “Bäuchlein“ zu dick? Seine Freundin deswegen aus seiner Nähe verschwunden? Das sind ja mal Probleme………

 

Und nun, als zwar körperlich erwachsener Mann, mental aber weiterhin in der Spätpubertät gefangen, geschlagen mit einer gewissen Unfertigkeit dem Leben und Schüchternheit den Frauen gegenüber, nun findet sich Toni von Angesicht zu Angesicht einer atemberaubenden Statue gegenüber. Nun ja, aus Alabaster, das schon, aber in seinem leicht verschwimmenden Gemüt kann er am Ende des Tages einfach nicht an sich halten.

 

Aus lauter Liebe „besteigt“ er die Statue. Mit drastischen Folgen. Nicht nur für ihn.

 

Seine beiden Freunde werden von den nun gar nicht mehr so netten „coolen Jungs“ auf Mallorca quasi in Geiselhaft gehalten und Toni hat drei Monate Zeit, die Statue aber genauso und pronto zu ersetzen. Ein Original von Cavani, aus dem Museum entliehen vom Vater der beiden Playboys, der Rede nach ein hohes Tier bei der Mafia.

 

So fliegt Toni, leicht gebeutelt und sehr verbeult, ins heimische Berlin und sucht Hilfe. Bildhauerhilfe. Und Geld. Ziemlich viel Geld. Beruhigend, dass er sich auf seine Freunde verlassen kann. Weniger beruhigend, dass da auch nicht viel zu holen ist, der einzige greifbare vermeintliche Bildhauer vor allem Wodka ausdünstet (nur polnischen natürlich, der weiterhin beschafft werden muss) und Alabaster in benötigter Größe nun  nicht im Berliner Boden zu finden sein wird.

 

So taumelt Toni Mahoni einerseits gewitzt, andererseits mit teils nervender Naivität durch dieses schriftliche „Road Movie“, das ans ich durchaus unterhaltsam seinen Gang nimmt.

 

Das Buch lebt dabei von der flüssigen, legeren, „Berliner“ Sprache Mahonis, vom Umfeld des Lebens in der WG, von Berliner Atmosphäre und von teils skurrilen Figuren, die Tonis Weg ein um das andere Mal kreuzen.

 

Andererseits sind so manche Ereignisse vielleicht zu sehr auf eine  mögliche Verfilmung hin slapstickhaft angelegt (die Zerstörung der Statue), hier und da scheint die Gedankenwelt Mahonis und seiner Freunde doch auch arg pubertär (zwar Artet die Party in eine gestandene Orgie aus, aber so manches wirkt wie auf „endlich mal Party“ zu 18. Geburtstagen).

 

 

Alles in allem munter erzählt, turbulent in den Abfolgen und mit einem Ende, das anders kommt, als vorher gedacht (auch, was das Private angeht). Da muss dann nicht mehr, wie im Rest des Romans, auf „Morgen“ gewartet werden.

 

M.Lehmann-Pape 2014