DVA 2016
DVA 2016

Caroline Cliffton-Mogg – Retro Chic

 

Hochinteressante Einblicke und Hinweise

 

Es geht in diesem Bildband in erster Linie nicht um einen melancholischen Blick auf „gute alte Zeiten“ von Stil und Design, bei der reinen rückwärtigen Sicht bleibt Caroline Cliffton-Mogg bei Weitem nicht stehen.

 

Im Gegenteil, hochaktuell entfalten sich im Lauf der Lektüre die dargestellten Kombinationen und Design-Verweise und bieten Anregungen und Beispiele zu neuen Gestaltungen, zu aktuellen Interpretationen von „Retro“, vom Design und der Gestaltung „heimischer Lebensräume“ im 20. Jahrhundert. Ein Design, dass sich mit dem Aufkommen der Moderne in Ruhe und Gründlichkeit entwickelt hat und über Jahrzehnte hin bis in die Gegenwart hinein stilprägende Kraft in sich trägt.

 

Viele der bildlich wunderbar inszenierten Zusammenstellungen aus Designklassikern, Vintage-Stücken und gegenwärtigen Elementen wirken dabei nicht nur frisch und aktuelle, sondern bieten ebenso eine Vision für die nahe Zukunft in einem stilvollen Mix der Elemente.

 

Das zeigt sich schon an einem der ersten Wohnraumeindrücke eines Hauses in Cornwall, in dem allein bereits die außergewöhnliche „Retro-Lampe“ für einen einzigartigen, individuellen Eindruck sorgt.

 

Funktionalität ebenso wichtig wie die Form, Schlichtheit statt verschnörkeltem Dekor, wie ein „Ende der Spielerei“ entwickelte sich nach dem ersten Weltkrieg aus jenen „Kriegsmaterialien“ heraus jene prägende Epoche des Designs, die bis heute in der Gestaltung wirkt. Wobei weiterhin und immer noch das „Bauhaus“ als der bekannteste Vertreter dieser „neuen Richtung“ zu nennen ist.

 

Wie unglaublich verschieden mit den Elementen und Stücken gearbeitete werden kann, welche völlig anderen Atmosphären gestaltbar sind mit doch ähnlichem Design, welch verschiedene Richtungen aber auch in diesen 60, 70 Jahren sich herausdefiniert haben, darüber legt dieser Bildband sehr beredt Zeugnis ab.

 

Von „entspannter Bodenständigkeit“ zu ganzen „Farbsymphonien“, von Metall über Stoff bis Holz, vom Einzug industrielle „Funktions-Designs“ in (damals) „moderne Küchen“, von futurisch wirkenden Plastik-Regalen hin zu spartanisch gestalteten Holz-Stahl Arbeitsbereichen, vielfach, bunt, interessant und immer auch mit vielen Ideen für den Leser selbst versehen bietet dieses Werk einen hervorragenden Einblick und „Rück“-Blick, der in jeder der Kompositionen von Design und Möbel immer auch in gleicher Weise in die Gegenwart und nach vorne hin darüber hinaus verweist.

 

 

Eine sehr anregende, empfehlenswerte Lektüre.

 

M.Lehmann-Pape 2016