National Geographic
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Cesar Millan – Die Glücksformel für den Hund

 

Gesammeltes Wissen zu allen Themen rund um den Hund

 

Immerhin neun Staffeln der amerikanischen Fernsehserie „Der Hundeflüsterer“ war die Herangehensweise von Cesar Millan den amerikanischen Medien „wert“. Was sicher noch kein unbedingtes Zeichen von Qualität sein muss. Durchaus aber kann Millan auf eine von Jugend an gesammelte Erfahrung mit Hunden aus seinem grundlegenden Interesse heraus verweisen. „Hundetrainer“ ist und war sein „Traumjob“, den er als Berufung betrachtet.

 

„Als Rudelführer erwartet man von mir Schutz und Anleitung. Die meisten Menschen kommen zu mir, weil sie Lösungen für ihre Hundeprobleme suchen.......... habe ich Techniken gezeigt, um jede Art von Fehlverhalten bei allen möglichen Rassen zu korrigieren“.

 

Ein Erfahrungshintergrund, dem man diesem Buch des nu „gesammelten Wissens“ von Millan tatsächlich auf jeder Seite abspürt. Gepaart mit der „typisch amerikanischen“, lockeren Erzählweise anhand von vielen Beispielen findet sich im Buch für alle nur erdenkbaren Probleme und Problemchen, vom völlig unzugänglichen Hund bis zur grundlegenden Frage, welcher Hund für welche Persönlichkeit überhaupt geeignet ist, ein Vielfaches an Entscheidungshilfen, Ratschlägen und Anregungen.

 

Das man „Hunde als Hunde betrachten muss und nicht als Menschen“, wie das Eingreifen des Menschen über Jahrtausende den Genpool der Hunde geformt hat, welche „Naturgesetze“ für Hunde wirklich gelten, damit beginnt Millan seine Darstellung. So in den Grundlagen verständlich gerüstet folgt der Leser dem Autor dann gerne zu seinen „neun Kernprinzipien“ des Umganges und des Haltens von Hunden.

Wobei Millan bei diesem „Kern“ seines Buches und  Trainings keine „Zauberformeln“ an den Leser bringt, sondern Methoden, die durchaus intuitiv umgesetzt werden können, weiß man erst einmal, worauf es ankommt.

 

Etwas schwieriger, aber ebenso verständlich und umsetzbar erläutert, finden sich späterhin im Buch jene „Korrekturanleitungen“, die dann greifen, wenn „das Kind (der Hund) bereits ins Wasser gefallen ist“. Ein Teil des Buches, in dem Millan besonders gründlich vorgeht.

 

Wie nebenbei im Übrigen beschränkt sich Millan nicht auf „den Hund“ allein. Teilweise im Plauderton, mit keinen Geschichten und Reflektionen vermittelt der Autor durchaus ein gesamtes Weltbild an reflektierten Erfahrungen mit Hunden und Menschen.

 

Wie ein Hund einen Menschen tiefgreifend verändern kann. Was Hunde von Menschen zu lernen zu haben (antrainiert bekommen müssen, um als Hund „glücklich“ zu sein), was aber auch Menschen von Hunden lernen können. Und wie unterschiedlich Rassen und einzelne „Hunde-Individuen“ von verspielt bis aggressiv sein können.

 

In einer Zeit, in der gerade in Deutschland die traditionell schon hohe Zahl der Hundebesitzer noch einmal erkennbar zunimmt, teilweise nicht nur ein Hund sondern gleich mehrer gehalten werden, bietet Millan einen fundierten „Reiseführer Hund“ mit allen Wägbarkeiten und Unwägbarkeiten, der im besten Falle auch die „Herrchen und Frauchen“ ein stückweit auf den Boden der Tatsachen holen kann („Der will nur spielen“ kommt dann nicht mehr vor, weil erzogene Hunde eben nicht wild „durchgehen“).

 

Für Nicht-Hundebesitzer im Übrigen eine ebenso anregende und durchaus unterhaltsame Lektüre, das Ganze „mit und um den Hund“ besser zu verstehen.

 

M. Lehmann-Pape 2013