National Geographic 2014
National Geographic 2014

Ellen Teschendorf, Petra Albert – Styleguide Berlin

 

Profunder Führer ins „Innere“ der Stadt

 

Praktisch und anders bereits in der Form,  so präsentiert sich diese „Innenschau“ Berlins durch die beiden Berliner Autorinnen.

 

Mit einem Gummiband versehen, leicht im Gewicht und gut zumindest in der Hand zu tragen, strahlt dieser Berlin-Guide im Erscheinungsbild bereits eines seiner Ziele aus: auch ein mobiler Begleiter sein zu können beim Erkunden der Feinheiten des Angebotes Berlin.

 

Die „Mitte“ der Stadt rückt dabei in den Fokus. Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Charlottenburg, Tiergarten, Kreuzberg, Schöneberg und Neukölln werden je als Bezirk vorgestellt. Hierbei mit wenigen, knappen Worten in ihrer Entstehungsgeschichte, in der die aktuellen Prägungen bereits mitschwingen und sodann in dem, was die Bezirke dem Besucher zu bieten haben.

 

Dabei bietet das Buch keinen „klassischen“ Berlin-Reiseführer, sondern eine Zusammenschau und Informationen zu besonderen Adressen, in denen sich ebenso der Alltag Berlins widerspiegelt, wie auch „die Szene“ durchaus zu entdecken sein wird.

 

Shoppen, Essen, Ausgehen, der „weiche Kern“ hinter gern zur Schau gestellter „Ruppigkeit“, unterschiedliche Anregungen bereits vor der Anreise im Sinne von so nicht weit verbreiteten Hotel-Tipps, übergehend zu anregenden Orten für ein Frühstück über lohnende Ziele, das „kleine Berlin“ kennenzulernen bis zum abendlichen Restaurant bringen die Autorinnen den Besucher der Stadt mit ihren vielfachen Informationen und fotografischen Illustrationen ganz hervorragend „über den Tag“.

 

Gerade weil auch immer wieder „Einheimische“ aus ihrem Nähkästchen im Buch plaudern, eigene Lieblingsplätze, Cafes, Plätze, Orte, Gaststätten und anderes beschreiben, findet sich der Leser und Nutzer dieses Reiseführers in ganz anderer Form immer wieder „mitten im Leben der Stadt“ wieder. Schon bei der Lektüre entsteht so eine hohe Motivation, abseits der getrampelten Touristenpfade und abseits von „Unter den Linden“ ganz andere Seiten der Stadt zu entdecken.

 

Und das alles in wohltuender Kürze und dennoch informativ. Wo man Fahrräder herbekommt (überall fast zu leihen) bis hin zu car-sharing Angeboten, Taxis und öffentlichem Nahverkehr samt Verweisen auf Schiffe als Transportmittel (gibt es) und öffentliche Toiletten (hilfreich) oder auch Szene Magazinen führt das Buch zunächst dann an die eigentlichen Orte, Plätze, Shops und Treffpunkte heran.

 

Das Nachtleben allerdings macht  sich eher rar im Buch, ist durch indirekte Hinweise vielleicht erschließbar. Die Konzentration der Autorinnen liegt „auf dem Tag“, auf Essen, Menschen treffen, Shoppen, auf viele kleine, aber feine und ganz eigene Ladengeschäfte und deren Angebote, die man auf den „Hauptrouten“ erst gar nicht zu Gesicht bekommen würde.

 

Für diese Besonderheiten benötigt man eben Insiderwissen, welches dieser Style-Guide vielfach vermittelt. Übersichtliche Ausschnitte aus Stadtplänen mit Wegweisern für die vorgestellten Orte erleichtern dabei die Orientierung in sehr guter Weise.

 

 

Vom Nähkurs auf die Schnelle über die Krawattenmanufaktur hin zum Restaurant „Mädchen ohne Abitur“ hin zum Sonnenuntergang auf der Admiralbrücke, ein Buch voller vielfacher Anregungen der „anderen Art“ mit seiner ganz eigenen Weise, Berlin entdecken zu können.

 

M.Lehmann-Pape 2014