Droemer Knaur 2010
Droemer Knaur 2010

 

Iris Berben, Nicole Maibaum – Frauen bewegen die Welt

 

Portraits von Frauen, die sich einsetzten

 

Iris Berben ist natürlich ein Begriff in der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Vielleicht nicht allgemein verbreitet bekannt ist, dass Iris Berben ein starkes Engagement auch im Blick auf Antisemitismus und Gewalt lebt. Gerade das Verständnis zwischen Deutschen und Juden ist ihr dabei ein wichtiges Anliegen.

 

Gemeinsam mit der Journalistin und Autorin Nicole Maibaum hat sich Iris Berben nun auf eine Spurensuche der anderen Art begeben, die eng mit ihrem privaten Engagement zusammenhängt.

In 24 Portraits stellt sie Frauen vor, die in je ihrem Einsatz auf durchaus unterschiedliche und vielfältige Art und Weise sich, ihre Werte, ihre ganze Person für wichtige Ziele und Ideen einbringen.

Höchst unterschiedliche Frauen und Anliegen sind es, die ihren Weg in das Buch gefunden haben. Von bekannten Frauen wie der russischen Journalistin Anna Politkowskaja, deren kritischer Journalismus gerade außerhalb Russlands hoch geschätzt war, die für diesen aber letztlich mit ihrem Leben bezahlen musste, bis hin zu jener eher unbekannten, tibetischen Nonne, die sich gegen das übermächtige China für die Unabhängigkeit Tibets einsetzt reicht der Bogen der portraitierten Frauen. Nicht nur der Bekanntheitsgrad der Frauen, auch die Zielrichtung des persönlichen Einsatzes ist höchst unterschiedlich. Von konkret politischer Arbeit über den Umweltschutz bis hin zur Verteidigung ganz einfacher Menschenrechte reicht die Vielfalt des je persönlichen Engagements.

 

Im Buch sind alle Frauen sensibel dargestellt. Sowohl der persönliche Werdegang, persönliche Überzeugungen, als auch die konkrete Arbeit der Frauen, die Erschwernisse und der Mut, der dahinter steckt, werden in den einzelnen Kapiteln gewürdigt.

 

Gerade die Form des teilweise sehr persönlichen Zuganges, in dem durchaus die persönliche Betroffenheit und Sympathie der Autorinnen sich widerspiegeln, ist es, die dem Buch seine besondere Note verleiht. Für den Leser baut sich in dieser Art und Weise ein dichte Atmosphäre auf und ein anerkennendes Staunen, mit wie wenig Mitteln oft persönlicher Einsatz möglich ist (und welche durchaus sehenswerten Ergebnisse durch das jeweilige Engagement erreicht werden).

 

Ein empfehlenswerter Blick auf jene Seite menschlichen Handelns, dass allzu oft seinen Weg in die öffentliche Berichterstattung nicht findet. Es geht an manchen Ecken der Welt durchaus noch menschlich zu, genauso, wie erkennbar ist, dass humanes Handeln immer wieder auf Widerstand und Erschwernisse durch jene stößt, di sich in ihren Kreisen nicht stören lassen wollen, vor allem nicht von einer Frau.

 

M.Lehmann-Pape 2010