Piper 2011
Piper 2011

Jan Becker – Ich kenne Dein Geheimnis

 

Mental Magie

 

Jan Becker ist Mental Magier, Gedankenleser, mit eigenen Worten ein „Wundermacher“, der Menschen mit Dingen konfrontiert, die sie für unmöglich halten.

Das übrigens verbindet ihn mit einer ganzen Reihe von Illusionisten, Zauberkünstlern, bei denen Copperfield und Klock nur die Spitze des Eisbergs darstellen.

Während aber beim klassischen „Zauberer“ reinweg alles aus Trick und Täuschung besteht, umgeben von einer möglichst unterhaltsamen und guten Show, beherrscht Jan Becker Grundelemente dessen, was seine Auftritte und Vorführungen so überraschend machen, tatsächlich. Und er ist in der Lage, dieses Talent, diese Grundfähigkeit zu beschreiben und damit weiterzugeben. Nicht unbedingt in Form eines tiefschürfenden und fundierten Fachbuches, das liegt mit diesem Buch nicht vor, aber anhand vieler Geschichten und prägnanter Hinweise, worauf es bei Formen höchster Empathie wirklich ankommt.

 

Nicht Fingerfertigkeit oder ein bestmöglicher Umgang mit materiellen Techniken sind es dabei, die seinen Erfolg ausmachen, sondern eine umfassende Form der Empathie, des Lesens von Körpersprache, kleinsten Veränderungen beim anderen, eine Empathie, die durchaus bis hin zu medialen Formen sich steigert. Ansonsten wäre kaum zu erklären, wie es Becker gelingt, sich von Versuchspersonen bis zur berühmten „Nadel im Heuhaufen“ führen zu lassen, wie es ihm gelingt, verborgene Gedanken tatsächliche „zu lesen“ und offen zu legen. Das diese Vorgänge tatsächlich, neben einer profunden Kenntnis über Körpersprache und Verhalten, eine Form medialen Zustandes mit sich bringen, auch das gelingt Becker, auszudrücken. Von Beginn an und, dies als innerer , roter Faden des Buches, durch so gut wie alle Kapitel des Buches hindurch verweist er auf diesen Augenblick der Nähe, des Näherkommens, des „gemeinsam Werdens“ mit dem anderen, dem Gegenüber.

 

„Das Gedankenlesen ist eine Strategie der Sinne“, eben nicht nur eine auswendig erlernbare Technik des Verstandes. Auch wenn Becker hier manches mal zu leicht pathetischen Formulierungen greift, es gelingt ihm gut, dieses besonderen Momente vor Augen zu führen. Die tiefe Kraft der „Vorstellungskraft“, der Becker im Lauf seiner Tätigkeit gelernt hat, fast blind zu vertrauen, ist es, die ihn leitet. Und Schritt für Schritt öffnet er dem Leser diese „magische“ und dennoch in keiner Weise „übernatürliche“ Welt. Es ist einfach spannend zu lesen, wie Becker die Botschaften selbst kleinster Muskelbewegungen des andern beschreibt und dazu anleitet, diese selber zu erfühlen, wahrzunehmen, „lesen“ zu können. Natürlich fällt dieses „Erspüren können“ nicht vom Himmel, auch daraus macht Becker keinen Hehl. Es bedarf, je komplexer die Zusammenhänge werden, einer intensiven Übung und einer immer weiter voranschreitenden eigenen inneren Öffnung, um irgendwann in den kleinsten Veränderungen, eines anderen „lesen“ zu können. Aber es funktioniert und es ist erlernbar.

 

Über den Bereich der auch „Show Elemente“ hinaus bietet Becker durchaus eine Form der „verbindenden“ Lebenshaltung, die an sich Bedenkenswertes in sich trägt. Und verweist noch auf weiterführende Elemente wie vor allem jene der Hypnose, die er ebenfalls beherrscht und jene esoterische Welt der „Psychomagie“, die eher nicht jedermanns Sache sein wird. All dies bietet er in einem lebendigen, von Anekdoten und Geschichten gefüllten Stil dar, durch den das sich Lesen einfach und verständlich gestaltet.

 

Das Buch ist nicht unbedingt strikt linear aufgebaut und kann so vor allem in jenen Kapiteln wahrgenommen werden, die den jeweiligen Leser vorrangig interessieren. Ein wenig egoverliebt komm er schon herüber, Jan Becker, gut, im Gesamten aber flüssig und durchweg interessant zu lesen bietet das Buch einen profunden Einblick in die Welt der hoher Empathie, vordergründig als „Gedankenlesen“ bezeichnet.

 

M.Lehmann-Pape 2011

Jan Becker

 

ist ausgebildeter Hypnosetherapeut und arbeitet als Coach und Trainer für Persönlichkeiten und Institutionen aus Wirtschaft, Sport und Politik. Auf der Bühne beeindruckt »der sanfte Schädelchirurg« (Süddeutsche Zeitung) seit über zehn Jahren sein Publikum. Sptestens nachdem er die Show "The next Uri Geller" gewann, ist er auch einem breiten Publikum bekannt. (Quelle: Piper Verlag)