Pattloch 2010
Pattloch 2010

 

Pater Manfred Entrich – Taxi to heaven

 

Der Glaube hat überall seinen Platz

 

Manfred Entrich ist Priester, Dominikanermönch und, vor allem Vielreisender. Am Habitus bereits in der Regel deutlich in seiner Berufung erkennbar, wird schnell auch jedem Mitreisenden klar, wen er da in seinem Wagen sitzen hat.

Selbst aber wenn die Kleidung nicht bereits klare Hinweise geben würde, würde nach wenigen Minuten im Taxi durchaus deutlich werden, welcher Profession sich Manfred Entrich verschrieben hat.

Als Seelsorger mit Leib und Seele, konversationsgewandt und neugierig auf Menschen eröffnet Manfred gerne das ein oder andere Gespräch. Und da ihm die Lebenszeit für Small Talk zu kostbar ist, gelangt er schnell zu bewegenden, mitnehmenden, wichtigen Themen.

 

Ob das nun jeder Taxi Fahrer oder zufällig im Zug neben Entrich sitzenden zu schätzen weiß, mag dahin gestellt sein, das Buch allerdings kündet durchaus von der Fähigkeit zumindest des Paters, die vielfachen Reisen für durchaus gehaltvolle Gespräche zu nutzen.

So ergibt sich ein bunter Reigen von Lebensthemen, der sich durch das Buch zieht und sich übrigens, anders, als der Titel es vermuten lässt, nicht nur auf Taxifahrten beschränkt. Auch im Zug oder Flugzeug ist der redegewandte Geistliche, dessen größtes Laster laut Selbstaussage die Neugier ist, schnell im Kontakt. Gepaart mit dem wirklich ausgeprägten, um nicht sogar zu sagen penetranten, Missionsdrang von Manfred Entrich werden all diese Lebensthemen zügig in das Licht des christlichen Glaubens katholischer Prägung gerückt.

 

Die Vielfalt der Themen im Buch reicht dabei von der Personalverantwortung und dem damit verbundenen Versuch einer Haltung von Gerechtigkeit und Anstand, über die Notwendigkeit, eine Stunde des Tages für Gott zu reservieren bis hin zur Schwere des Abschieds, wenn es ans Sterben geht und allem, was zwischen diesen Themen angesiedelt ist. 37 kleine Gesprächsepisoden mit eben so viel Themen sind es im Gesamten, von denen Manfred Entrich erzählt.

 

Vielfache Geschichten, die allerdings nicht durchweg dem Titel und Untertitel des Buches gereicht werden. Zum einen nutzt Manfred Entrich den Raum des Buches nicht nur für die Schilderung  konkreter Gespräche im öffentlichen Raum mit Fremden (wenn schon der Ort des Taxis nicht durchweg durchgehalten wird), sondern bietet an vielerlei Stellen auch eigenes Gedankengut eher aus Selbstgesprächen oder mit vertrauten Amtspersonen. Zum anderen ist der Grundgedanke des Gespräches manches Mal schwer zu fassen, der ein oder andere der zufällig Mitreisenden ist dann doch wohl eher in das zweifelhafte Vergnügen eines Vortrages geistlicherseits geraten denn in einen ergebnisoffenen Austausch.

 

Erfreulich demgegenüber ist es, zu erleben, dass Manfred Entrich über eine große Bandbreite an Verständnis verfügt und keinem Thema ausweicht, wenn es auf ihn zukommt und seine Erlebnisse und Erkenntnisse in eine lesenswerte und flüssige Sprache zu verpacken versteht.

 

Ein Buch also, dass dem kirchlich geneigten Leser so manches Schmunzeln und die ein oder andere Nachdenklichkeit beschert, aber andererseits in seiner durchgängigen Zielrichtung zu katholisch engführend ist, um allgemeine Lebensinteressen in der Breite mit Impulsen zu versehen.  

 

M.Lehmann-Pape 2010