National Geography 2014
National Geography 2014

National Geographic – 300 Lieblingsplätze zwischen New York, London, Tokio

 

Interessanter Reiseführer der anderen Art

 

Das „National Geographic Travel Team“ ist hauptsächlich, wie der Name sagt, mit Reisen beschäftigt. Weltweit interessante Orte, bekannte Städte, aber auch vielfach eher weniger bekannte Regionen aufzusuchen, um das Typische daran herauszufiltern, Orte, Menschen, Traditionen, regionale Besonderheiten einem größeren Publikum bekannt zu machen.

 

Immer eingedenk dessen, dass es manches Mal eines „Glücklichen Zufalls“ (wie Keith Ballows im Buch schreibt) braucht, um das Besondere auf dem Weg zu finden.

 

„Ich will tun, was die Einheimischen tun“.

Das ist die Maxime der Travel-Abteilung.

Den Ort, die Region so sehen, wie es die Einheimischen erleben und genau damit dem Leser tatsächlich einen zumindest kleinen, authentischen Einblick in das Leben vor Ort verschaffen.

 

Dies gelingt mit diesem Buch sehr gut. Auch wenn ob der Fülle der Orte und Informationen eine sehr komprimierte Darstellung gewählt wurde, gerade der je lokale Kern für Besucher wird bei jedem der Orte gut herausgestellt. Unter der Rubrik „Dabei sein“ finden sich je Hinweise auf Feste, besondere  Traditionen, besondere „einheimische Orte“, die einen Blick, eine Besuch, eine Betrachtung mehr wert sein können als die „bekannten touristischen Attraktionen“.

 

Das Fischrestaurant an der Küste, dem Einheimische schon lange treu sind.

Märkte, die nicht touristisch-folkloristischen Hintergrund haben, sondern im Alltag der Orte verwurzelt sind.

Ein Fest, in dem der besondere Geist der Region, die Kultur des Ortes zum Tragen kommt.

 

Ob das ein traditioneller Pub in London ist, der sich in seiner ganz einfachen, traditionellen Weise mitten im „Lifestyle“ nicht beirren lässt, oder der ebenfalls traditionell und mit Liebe hergestellte „weltbeste Schinken“ in Extremadura in Spanien.

 

Ein ganz anderer Blick, ganz besondere, für den Tourismus noch und eher unscheinbare Örtlichkeiten und Einkehrmöglichkeiten sind es, die in diesem Buch in Hülle und Fülle vor Augen gestellt werden. Mit Basis Informationen versehen und mit vielfachen Fingerzeigen auf jene „orte vor Ort“, an denen das spezielle Lokalkolorit authentisch erlebt werden kann.

 

Fast ist es, ein kleiner Wehrmutstropfen, bedauerlich, diese vielen besonderen „Lieblingsplätze“ im Buch zu veröffentlichen, denn so wird ja breiter bekannt, was bis dato nur vor Ort „seinen Ruf“ hat.

 

Für den Leser allerdings eine wunderbare Hilfe bei Reisen in entsprechende Städte oder Regionen und schon bei der Lektüre ein „Lustmacher“ auf das, was hinter den kurzen Beschreibungen im „wahren Leben“ noch zu finden sein könnte.

 

 

Denn selbst wenn die konkreten Orte auch Geschmackssache des entsprechenden „National Geo Travelers“ sein mögen, die Art des Herangehens, das „wie man solche Orte findet“, auch dazu finden sich Anhaltspunkte im Buch, welche der Leser dann für sich selber anwenden kann an seinen Orten um seine Lieblingsplätze zu finden.

 

M.Lehmann-Pape 2014