National Geographic 2010
National Geographic 2010

 

National Geographic – 400 kulinarische Reisen

 

Internationale kulinarische Eindrücke

 

Dieses Reisebuch ist definitiv kein Rezeptbuch, auch wenn die ein oder andere Zubereitungsregel, sei es  im Blick auf Cocktails, sei es im Blick auf die ein oder andere Speise, durchaus zu finden ist.

Ein reines Reisebuch allerdings kann man es auch nicht nennen, denn der Blick auf die verschiedenen Stationen des Buches ist sehr konkret gehalten, allgemein Informationen über die verschiedenen vorgestellten Regionen fehlen weitgehend.

 

So trifft der Titel des Buches durchaus und man kann das Buch am ehesten als kulinarischen Reiseführer bezeichnen, der eine Menge an Informationen, Eindrücken und Bräuchen im Blick auf kulinarische Eigenheiten der verschiedensten Regionen der Welt bereit hält.

 

Olivenhaine, das dazu gehörige Öl und interessante Speisevarianten des alten Griechenlandes finden ihren Platz im Buch genauso, wie das raue Schottland seine Spezialitäten von Fisch und Wild vorstellt (wer hätte gedacht, das an diesem rauen Winkel Europas erstklassige Zutaten zu erstklassigen Gerichten verarbeitet werden). Seien es die Aromen aus Mexiko Stadt und deren geschickte Nutzung, sei es Goa mit einer ungeahnten kulinarischen Vielfalt, exotische Orte, Speisen und Getränke, Märkte und kulinarische Feste werden in hochwertigen Bildern und präzisen Texten ebenso im Buch vorgestellt, wie auch die Klassiker nicht zu kurz kommen. Sushi in Tokio, Bündnerfleisch aus Tirol, die arabisch geprägte, andalusische Küche, die klassische Kunst des Le Cordon Bleu in Paris, wahrlich eine umfassende Betrachtung an kulinarischen Entdeckungen ist es, die das Buch bietet.

 

All dies aufgeteilt nicht unbedingt in geographischer Abfolge, sondern thematisch aufgearbeitet. Spezialitäten und Zutaten eröffnen den Reigen der Betrachtungen. Eindrücke von weltweiten bunten Märkten führen die Vielfalt der Gerichte und Zutaten im zweiten Kapitel vor Augen. Saisonale Köstlichkeiten werden in einem eigenen Kapitel mit Liebe vorgestellt und in ihren Eigenheiten dargestellt.

Besonders interessant und in dieser Form in solcherart Büchern nicht wirklich üblich ist das Kapitel über die besten Straßensnacks der Welt. Natürlich fehlt der Klassiker, Fritten aus Belgien, hier nicht, ebenso taucht der Matjes aus Holland auf, spannender aber sind die fliegenden Händler Vietnams mit Ihren Pfannkuchen und Frühlingsrollen, wie dann auch in Osaka Tintenfische auftauchen, in Thailand Papayasalat.

Natürlich fehlt auch des Gegenteil nicht im Buch, die absolute Luxus- und Sterneküche.

 

Abgrundet werden die umfassenden Betrachtungen durch ein ausgewogenes und informatives Kapitel über Wein, Bier , Cocktails und Spirituosen und, wie bei einem wirklichen Menue, endet das Buch mit der Vorstellung süßer Leckerbissen.

 

Bild und Text sind, eine weise Entscheidung ob der Vielfalt, die Informationen zu den einzelnen (gut 400!) Themen knapp gehalten, bieten aber doch die wesentlichen Informationen. Ergänzt durch Hinweise auf entsprechende Adressen und, am Rande, das ein oder andere Rezept und die ein oder andere nähere Information.

 

Eine gelungene Darstellung der kulinarischen Vielfalt der Welt, die von allgemein bekannten Klassikern zu exotischen Gerichten und Getränken viele Impulse und Eindrücke beinhaltet. Versehen mit Informationen, die bei einer Reise vor Ort die Orientierung im kulinarischen Sinne stark erleichtern.

 

M.Lehmann-Pape 2010