National Geographic 2012
National Geographic 2012

David Hettich – Abenteuer Ozean

 

Faszinierende Eindrücke vom „blauen“ Planeten

 

In Teilen eine echte „terra incognita“ bilden die Weiten der Meere und, vor allem, was darunter und darinnen liegt, noch.

Wobei David Hettich bereits im ersten Textabschnitt verdeutlicht, dass die faszinierendsten Eindrücke seiner Ansicht nach nicht in der aktuell im Mittelpunkt von Expeditionen stehenden Tiefsee zu finden sind, sondern durchaus naheerreichbar unter der Wasseroberfläche sich aufhalten.

 

Eindrücke, die Hettich mit seinem gesamten Team in diesem Bildband aus dem Hause National Geographic eindrucksvoll vorlegt.

Zeigt das erste der vielfachen Bilder noch durchaus bekannte Buckelwale, verweist bereits die zweite, großformatige Fotografie der „Korkenzieherkoralle“ auf Farben und Formen in den Weltmeeren, die in jedem Design eines Science-Fiction Filmes eine gute Figur machen würden.

Sei es der fast friedlich schwimmende und doch verstörend bedrohlich wirkende Tigerhai, seien es farbenprächtige Fischschwärme und Korallenbänke, visuelle Eindrücke auf höchstem Niveau und größter Nähe bietet das Buch en Masse.

 

Wie bei Bildbänden dieser Art gewohnt, ergänzen kurze und knappe textliche Beschreibungen ausreichend, aber den visuellen Eindruck nicht störend, die vielfachen Fotografien dieser faszinierenden maritimen Welt. Wobei in der Breite relativ unbekannte Lebewesen wie das „Pygmäenseepferdchen“ die eigentlichen Höhepunkte des Bandes darstellen.

Und wer „Findet Nemo“ gesehen hat, wird sich im Rudel der Clownfische von „Orange Ringel Anemonenfische“ umgehend wie zu Hause fühlen.

 

Das selbst Quallen, ins „rechte Licht“ gerückt von fremdartiger und dennoch ästhetisch anmutender Schönheit sein können, auch dafür lohnt der gründliche Blick ins Buch.

 

Von vielen Orten der Weltmeere her haben Hettich und sein Team ihre Eindrücke zusammengetragen und bieten so einen Blick in den ungeheuren Artenreichtum der Ozeane. Informationen über Regionen und konkrete Lebensformen runden die Eindrücke bestens ab, sowohl die kleine „Quallenkunde“ als auch ein Einblick in die Welt der Haie enthalten, wie alle anderen ergänzenden Texte auch, wichtige Informationen ohne in ein biologisches Lehrbuch auszuarten.

 

Faszinierende Bilder, breit aufgestellte Regionen der Weltmeere und Fotos aus großer Nähe transportieren das Anliegen des Bandes bestens an den Leser. Jene „terra incognita“ in all ihren Facetten sichtbar zu gestalten und die Faszination der Autoren für die Weltmeere spürbar in den Raum zu setzen. Ein ganz hervorragender Bildband.

 

M.Lehmann-Pape 2012