National Geographic 2011
National Geographic 2011

National Geographic – Eine kulinarische Weltreise

 

Bodenständiges aus aller Welt

 

Ein durchaus näher zu betrachtendes und anders als viele andere reine Kochbücher gestaltetes Buch legt National Geographic mit diesem Rezeptbuch vor.

 

Nicht nur 225 leicht kochbare Speisen werden, wie gewohnt, übersichtlich und in der Zubereitung logisch strukturiert beschrieben, auch eine Vielzahl von Hintergründen zu den einzelnen Lebensmitteln und weitergehende Informationen finden sich in den unaufdringlichen, nicht ausschweifenden, aber auf den Punkt treffenden Begleittexten. Vor allem spannend und informativ geschildert sind die Wege der Durchmischung der Kulturen im Lauf der Jahrhunderte, die sich in einzelnen Zutaten und der Ausformung landestypischer Speisen niedergeschlagen haben.

 

Dass die Tomatensauce Italiens, das Curry Thailands, das geröstete Fleisch der Tacos in Mexiko unbestreitbar Erkennungsmerkmale der entsprechend landestypischen Küche sind, ist unbestreitbar. Interessant zu lesen allemal ist, dass diese inzwischen so verwurzelten Zutaten erst mittels kultureller Vermischungen ansässig wurden, ähnlich wie die Kartoffel in Europa.

 

Neben den informativen Texten baut sich das Buch weniger nach Weltteilen oder einzelnen ländertypischen Gerichten auf, sondern folgt vordergründig der Spur der Nahrungsmittel durch einzelne Küchen. So finden sich im Kapitel Pasta beileibe nicht nur italienische Nudelsortimente, sondern auch Kräuterspätzle, Pad Thai und Fideos zeigen die Vielfalt der Nudelarten und Nudelzubereitung weltweit auf.

 

In Bezug auf Hülsenfrüchte, Gemüse, Fisch, Geflügel, Fleisch und vielem mehr zieht sich diese rote durch die Vielzahl der Rezepte hindurch. Der aufmerksame Leser kann so, gut geordnet, aus ähnlichen Zutaten mit leichten Erweiterungen vielfach ganz verschieden anmutende (und schmeckende) Gerichte erstellen.

 

Hingewiesen sei auch auf die Sorgfalt der Rezeptauswahl und Darstellung. 35 Seiten widmen sich zu Beginn des Buches alleine schon einer Vielzahl von Brotzubereitungen, Brotsorten und Gebäckvarianten, die alleine schon den Kauf des Buches lohnen würden.

 

Zumeist tatsächlich landestypische, „bodenständige“ Gerichte werden vorgestellt, die dennoch ihren exotischen Anhauch noch nicht verloren haben. Tandoori Fisch, Backfisch mit Sauerampfer, Kohlenfisch mit Misonmarinade oder Bananen-Kokos Pfannkuchen sind in den jeweiligen Herkunftsländern nichts allzu besonderes und bieten dennoch dem Leser westlicher Kultur eine Vielfalt nicht alltäglicher Geschmäcker.

 

Vielfältig, gut erläutert, gründlich vorgestellt und in der Rezeptaufbereitung klar und prägnant vorliegend bietet „eine kulinarische Weltreise“ einen hervorragenden Einstieg in die vielfältigen Speisen dieser Welt.

 

M.Lehmann-Pape 2011