Kösel 2013
Kösel 2013

Nelson Mandela – Meine Waffe ist das Wort

 

In eigenen Worten

 

„Mir war selbst nicht klar, welche Konsequenzen das Leben haben würde, für das ich mich entschieden hatte“.

Nun, in der Nachschau sind sowohl die Konsequenzen für Mandela deutlich im Raum, die aus ihm aus seiner Haltung des Kampfes gegen die Apartheid in Südafrika erwuchsen, wie, fast all die Bedrängungen überlagernd, auch die Früchte dieses Lebensweges.

Terrorismus oder Gewalt waren dabei für Mandela nicht die „Schlüsselkompetenzen“ des Weges zur Gleichheit und Befreiung von der Apartheid (eher ein unumgängliches Instrument in Teilen), sondern vor allem und vorrangig das Wort. Seine Reden, Äußerungen, seine klare Sprache und seine Begabung, Dinge auf einen griffigen Punkt zu formulieren. Am Lebensweg Mandelas wird ebenso auch deutlich, dass „das Wort“ eine größere und auf Dauer wirksamere Waffe ist, als punktuelle Gewalt.

Dieser Band bietet, thematisch geordnet, einen Zugang zu Nelson Mandelas „Worten“ und damit auch zu seinem Denken und seinen Überzeugungen.

„Der Kampf“, „Der Sieg“, „Weisheit“ und „die Zukunft“ sind die thematischen und chronologischen Überschriften, unter die Mandela seine Gedanken ordnet. Eine gute Wahl der Ordnung, im Übrigen, denn so gelingt es dem Leser leicht, die Entwicklung des Mannes nachzuvollziehen. Im Kampf und in der Konfrontation sind andere Gedanken, andere Schwerpunkte wichtig, als in der Phase der „gealterten Weisheit“.

„Wenn wir friedliche Wege der Kommunikation gefunden hätten, hätten wir nie zum Mittel der Gewalt gegriffen“.
Schon früh zeigt sich, dass „das Wort“ Mandelas Wahl gewesen wäre und, sobald irgend möglich, auch gewesen ist. Einer, der „Gewalt nur dort einsetzt, wo die Wege des Friedens blockiert waren“. Worte und Zitate, die nicht erst im Nachhinein „glättend“ für das Geschichtsbild Mandelas formuliert wurden, sondern die seit jeher seinen Weg begleitet haben.

„Es ist so einfach, alles niederzureißen und zu zerstören. Wahre Helden aber sind Menschen, die Frieden schließen und alles wieder aufbauen“.
Das sagte Mandela 2008 und zeigt damit (wie an vielen anderen Stellen des Buches auch) auf, dass die konstruktive Lebensweise, das Suchen nach einem möglichen Miteinander seine persönliche Grundhaltung darstellt.

Das Buch zeigt beeindruckend den Kampf Mandelas und seine innere Entwicklung auf. Eine Aufgabe der Geschichte selbst, die er mit gehöriger innerer Distanz übernommen hat und über sich selbst hinauswirken lassen wollte.

„Manchmal fällt einer ganzen Generation das Schicksal der Größe zu. Ihr könnt diese große Generation sein. Also lasst Eure Größe in aller Fülle erblühen“.

Beeindruckend, gut zu lesen und authentisch, eine sehr empfehlenswerte Lektüre mit vielen, nachdenkenswerten Anregungen durch Mandela selbst.

 

M.Lehmann-Pape 2013