Heyne 2013
Heyne 2013

Andrej Djakow – Hinter dem Horizont

 

Atmosphärisch dichter Thriller „nach der Apokalypse“

 

Nach den beiden Vorgängerbänden bildet „Hinter dem Horizont“ den Abschluss einer Trilogie, die einen hervorragenden Beitrag von Djakow zum „Metro 2033 Universum“ darstellt.

 

Vor allem gut für den unbedarften Leser ist es, dass sich vieles des „Metro Universums“ und auch der beiden ersten Bände dieser Trilogie im Lauf der Lektüre wie nebenbei mit erschließt, so dass „Hinter dem Horizont“ auch als für sich stehender Science-Fiction-Thriller zu lesen ist.

 

Die Welt atomar zerstört, die Überlebenden in Gruppen aufgeteilt, die sich eher gegenseitig bekämpfen und versuchen, den andern Gruppen Material und Ressourcen abzunehmen, als dass eine Kopperation möglich wäre. Eine Gruppe lebt in den alten Metrostationen St. Petersburgs und bildet mit ihrem Härte, ihrem Überlebenswillen auch ein Bollwerk für jene Forschenden, die auf noch tieferen Ebenen unter der Erde sich eingerichtet haben.

 

Einer Erde, auf deren Oberfläche nur mit Schutzanzug sich aufgehalten werden kann und mutierte Kreaturen ihr Leben fristen, denen man besser nicht ohne großkalibrige Waffen begegnet.

 

Doch die „Veganer“, siegessicher ob ihrer überlegenen Ausrüstung  und ihrer Möglichkeit, „mutierte Bestien“ ins Feld zu führen, greifen an.

 

So ist für den Anführer der Petersburger Metro-Gruppe, Taran, klar, dass die Stellung nicht zu halten ist. Mit dem gewaltigen, zum „Landschiff“ inklusive Kombüse umgebautem LKW macht er sich mit seiner Gruppe samt seinem Steifsohn Geb zu anderen Orten auf.

 

Was zunächst wie eine Flucht ohne Ziel wirkt, erhält durch die Begegnung mit einem Mann eine neue Qualität. Gibt es ein funktionierendes Forschungszentrum? Wird dort eine Möglichkeit entwickelt, die tödliche Strahlung auf der Erdoberfläche zu  neutralisieren? Weiß Geb unbewusst, wo dieser Ort zu finden wäre? Und welche Motive hat der Mann, der auf einer Brücke aufgesammelt ist, der nur durch Zeichensprache sich verständigen kann? Und ist der LKW als Gefährt sicher genug, all den Gefahren zu trotzen, die auf dem Weg liegen werden?

 

Düster, hart und mit treffender, apokalyptischer Atmosphäre spinnt Djakow das „Metro 2033 Universum“ weiter, hält das Tempo hoch und sorgt im Hintergrund für eine beständige Situation von Bedrohung und Gefahr, die zu jeder Zeit (und oft unverhofft) in Angriff und Kampf ausarten kann (und dies auch tut).

 

Sowohl die überlebenswilligen Kämpfer, wie die Situation der „zerstörten Welt“, als auch die Geschichte an sich wissen zu überzeugen. Wenn  auch solche „Queste“ Motive sattsam bekannt sind und einige Stereotype doch den Verlauf der Geschichte prägen.

 

M.Lehmann-Pape 2013