CBJ 2013
CBJ 2013

Damian Dibben – Jake Djones und die Hüter der Zeit

 

Eine neue jugendliche Abenteuer-Gestalt

 

Rein schematisch betrachtet hat diese neue Reihe, welcher Dibben mit diesem Band ihren Anfang gibt, doch durchaus leichte Ähnlichkeiten mit Harry Potter. Ein verwinkeltes Schloss als Zentrum des Geheimbundes, der jugendliche Held, der sich plötzlich als etwas ganz besonderes erfährt, die Inkarnation des Bösen, die auf absolute Herrschaft und Zerstörung der Welt, wie man sie kennt, aus ist.

 

Wobei Jake Djones nicht mit Zauberstäben arbeitet, nicht mit Zaubersprüchen und auch nicht von einem wiesen „Schulleiter“ unter die Fittiche genommen wird, da enden dann die Ähnlichkeiten.

 

In klareren und einfachen Sätzen, jederzeit flüssig und mit Tempo versehen, schickt Dibben jenen Jake in ein Zeitreiseabenteuer. Seine Eltern (was Jake in keiner Weise ahnt), waren Agenten der „Geschichtshüter“. Ein Bund, dessen Mitglieder mittels eines Trankes aus „Atomium“ durch die Zeit zu reisen versteht und dafür sorgt, dass am geschichtlichen Ablauf nichts verändert wird, was die Welt durcheinander bringen könnte.

 

Jake wird von Mitgliedern des Bundes „gekidnappt“ und zum Hauptquartier in „Zeit und Raum“ zum „Mont St. Michel“ gebracht. Und lernt sehr individuelle Mitstreiter kennen, die, jeder und jede für sich, mutige und originelle Persönlichkeiten darstellen. Auch wenn auf dem anstehenden, gefährlichen Einsatz Jake als „Neuling“ nicht teilnehmen soll, er gewähnt sich rasch an die neue Umgebung und die geheime Geschichte. Und welcher mutige Junge würde sich wirklich davon abhalten lassen, seine Eltern zu retten?

 

So schleicht sich Jake ein in sein erstes Abenteuer und wird in Venedig im 16. Jahrhundert gefährliche Momente und schwierige Kämpfe gegen Prinz Zeldt, den großen Gegenspieler der „Geschichtshüter“ zu bestehen haben.

 

Ein erster Band, in dem Dibben geschickt immer wieder auch Vorgeschichten zu den Personen und den Ereignissen, die zur großen Feindschaft führten, einfließen lässt.

So ist der Leser nach und auf der Höhe der Ereignisse dann angelangt und findet sich in einem zwar surrealen (was Atomium und andere Erklärungen angeht), aber in der Geschichte selbst in sich logischen Rahmen wieder.

 

Sowohl vom Stil als auch von den (zwar stereotyp, aber durchaus originell gezeichneten) Figuren her eine Abenteuerreihe, die sicherlich zunächst jugendliche Leser als Zielgruppe im Visier hat, die aber durchaus auch im „vorgerückten“ Alter unterhaltsam zu lesen ist (wenn auch, bis auf ein bis zwei Szenen, eher harmlos gehalten), wenn man ein Faible für flüssig erzählte Fantasy-Geschichten "im Mantel und mit Degen" besitzt.

 

M.Lehmann-Pape 2013