Blanvalet 2015
Blanvalet 2015

Deborah Harkness – Das Buch der Nacht

 

Nahtloser Anschluss an die vorhergehenden Bände

 

„Ashmole782“ ist ein altes Papier, ein wichtiges Dokument, wohl der Schlüssel, vor allem sich selbst vor dunklen Mächten zu bewahren (und damit ein stückweit natürlich auch die Welt).

 

Diana, die Hexe fast wider Willen, die sich im Lauf der letzten beiden, breit und episch angelegten, Bände zu ihrer „Natur“ bekannt hat und ebenso zu ihrer Liebe für den eigentlich „natürlichen Feind“, den Vampir aus altem Adel, Matthew, wird diese Herausforderung (natürlich) annehmen.

 

Wie auch in „Twilight“ und anderen jüngeren Mystery Sagen findet sich auch bei Harkness die fast klassische Ausgangsposition zweier Gruppen, die gegeneinander arbeiten, die sich in tiefer Feindschaft verbunden sind.

 

Hexen und Vampire treten dabei durchaus „gemischt“ gegeneinander an, werden eher durch persönliche Interessen oder Emotionen miteinander verbunden (oder gegeneinander aufgestellt).

 

Das Ganze mit einem mehr als geringen Hauch adeliger Ehre und Verhaltensweisen des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit versehen ergibt eine romantisch-gefährliche Melange, die durchaus gut zu unterhalten versteht auf den gut 760 Seiten des Buches.

 

Wobei Harkness geschickt zu Beginn des Buches neue Elemente einfügt, mit denen sie die Spannung neu zu entfachen und sogar zu erhöhen versteht. Zum einen stirbt eine enge Vertraute Dianas, eine Hexe und damit setzt Harkness deutlich sichtbar die Härte der Auseinandersetzung und die Lebensgefahr für die Beteiligten in den Raum der Geschichte.

 

Zum anderen müssen sich Diana und Matthew nicht mehr nur um sich selber sorgen, sondern tragen eine hohe Verantwortung als Paar, was ihre beide Gattungen und die Zukunft angeht.

 

Ein wenig wie aus dem „Off“ von den toten Vertrauten noch begleitet, beginnen  so Seite für Seite die Ereignisse sich zu verdichten, Gefahren heraufzuziehen und die Spannung zu steigern.

 

Denn der Fein ist nicht nur „da draußen“ irgendwo, sondern aufpassen müssen Diana und ihr Vampirgatte an allen Ecken und Enden ihrer gefährlichen Wege.

 

Alles in allem wirkt die gesamte Trilogie wie aus einem Guss, führt eine Vielzahl von Protagonisten ein, die je eine erkennbare Entwicklung im Lauf der Saga durchlaufen und auch in diesem dritten band sorgsam von Harkness weiter begleitet und ausgestaltet werden.

 

Ein wiederum sehr guter Band und abschließender Teil der Trilogie und eine empfehlenswerte Lektüre


M.Lehmann-Pape 2015