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E.L.Greiff – Die zwölf Wasser. Nach den Fluten

 

Abschluss der „Wasser-Trilogie“

 

Die Flammen schlagen hoch und werden stärker und stärker.

 

Noch hält das Wasser, aber seine Kräfte und seine Verbündete scheinen schwächer zu werden.


Der alte „Hüter des Zorns“, Soovend, der seit Urzeiten die letzte Kreatur, den letzten Dämon der Bedrohung der Menschheit, den „Zorn“ mit Wasser gefangen hält (und seit ebenso Urzeiten darüber nachsinnt, wie er dieses Ungeheuer wirklich und letztgültig vernichten kann), kann zwar sich selbst nachhaltig und „stark“ gegen die Flammen des Feuers schützen, doch neben ihm verkohlt bereits einer seiner Hüter und Betreuer.

 

Asing, die alles ehemals menschliche und anreizende schon längst weggeben hat, die als kraftvolle „dunkle Kraft“ mit ihren Flammen die Menschen bereits unterjoch, die schon in Agen bereit steht, im Mittelpunkt der Stadt unter der Erde jenen letzten und mächtigsten Dämon zu befreien, setzt Sooven unerbittlich zu.

 

Da wirken die Kräfte „des Guten“ allzu schwach und kaum in der Lage, Asin wirklich etwas entgegensetzten zu können.

 

Aber das Wasser geht seine ganz eigenen Wege, fließt an Stellen, die man kaum vermutet hätte und trägt die Kraft des Lebens (noch) in allen Gefährdungen in sich. Aber die Quellen drohen zu versiegen.

 

Soovens Kraft wirkt nachlassend, sein Freund, „der im Schatten geht“ hat sich seit so langer Zeit nicht mehr zu Wort gemeldet, dass Sooven auch jetzt von ihm keine Hilfe erwarten darf.

 

Felt und Reva suchen ihren ganz eigenen Weg, sich der Kraft Asings entgegen zustellen, doch werden auf eine harte Probe gestellt werden und finden sich in scheinbar aussichtsloser Situation je auf sich  alleine gestellt wieder.

 

Und die anderen, die auf dem Weg zu den Quellen sich Asin in den Weg zu stellen versuchen, haben oft im  Buch mit sich selbst genug zu tun, um zunächst entscheidend eingreifen zu können.

 

In großer Breite erzählt Greif den letzten Teil ihres Fantasy Epos, was einerseits den Leser doch auch in Kleinigkeiten (die Kinder, welche die Wege des Wassers gängig halten) detailliert in diese Fantasy Welt mit hineinnimmt, was aber andererseits doch auch für Längen im Buch sorgt und das Tempo der Handlungen teils deutlich reduziert.

 

Ebenso nimmt mit zunehmender Lektüre ein mystischer Erzählfaden breiten Raum ein (der auch das Finale bestimmen wird), bei dem man leicht den Überblick über die realen Handlungen verlieren kann und sich des Öfteren fragt, wie denn nun genau das jeweilige Ereignis zustande gekommen und zu erklären ist.

 

In sehr poetischer, breiter, durchaus bildkräftiger Sprache erzählt Greif vom „letzten Kampf“. Eine Geschichte mit durchaus spannenden Momenten, mit griffig geschilderten Kämpfen und Gefahrensituationen, im Gesamten aber auch ein wenig zerfasert und hier und da zu sehr in mythische Regionen abdriftend, um durchgehend zu fesseln.


M.Lehmann-Pape 2015