Piper 2014
Piper 2014

Hugh Howey – Level

 

Ruft in bester Weise nach Fortsetzung

 

Wer „Silo“ gelesen hat, der wird mit Spannung dieses Buch erwartet haben.

 

Wie entstanden die Silos?

Was ist passiert, das die Welt zu einem unbewohnbaren Ort wurde?

Wer ist der Mann am Funkgerät von Silo 1, der am Ende von „Silo“ mit Jules kommuniziert?

Wie viele Silos gibt es eigentlich?

Warum sind manche zerstört?

Was ist das besondere am „Schichtsystem“  in Silo 1?

Wer hatte die Idee und was bedeutet eigentlich „Saat“?

Und, wer ist eigentlich „Solo“ einmal gewesen?

 

Viele Frage und so manche Perspektiven, denen Howey temporeich und in fast noch dichterer Atmosphäre als in „Silo“ in diesem „Prequel“ nachgeht. Von 2049 ist zu erzählen, von Nanotechnologie und dem Plan weniger „starker Männer“ mit den notwendigen Mitteln.

 

Durch die Zeiten danach, teilweise in 100-Jahresabschnitten, lässt Howey den Leser eintauche in seine Protagonisten, in Pläne, Verträge, Heimlichkeiten, in Tricks und Gegentricks, in menschliche Dramen und einen wahnwitzigen Plan, der für viele der noch bestehenden Silos dramatische Folgen hätte.

 

Allein schon, wie Howey den „Werdegang“ von „James“ zu „Solo“ beschreibt, die allmähliche Vereinsamung, den Kampf hinter der Stahltür, das Reiten auf der Grenze zwischen Wahnsinn und überleben zeigt die Fähigkeit zu emotionalen Dichte, die Howey´s Stil auszeichnet.

 

Dass alles in sich geschlossen wirkt, die einzelnen Fäden im Buch selbst zunächst zueinander führen und sich dann mit den Ereignissen und einigen Personen aus „Silo“ verknüpfen steht als umfassend gelungen am Ende der Lektüre von „Level“.

 

Von Kleinigkeiten wie „Pflanzenlampen“ bis zu Erdmassen bewegendem Großgerät, von Drohnen mit eingebauten Einschränkungen bis hin zu kleinen Nanoteilchen, alle Elemente von „Level“ wirken überzeugend durchdacht und realistisch dargestellt.

 

Mitsamt der ständigen Spannung, einer beständigen Gefahrensituation zum einen untereinander und zum anderen von ganz anderer Seite, von „Außen“ (wovon das ein oder andere rot gefleckte Taschentuch noch künden wird).

 

Alles in allem ein ebenso starkes Szenario wie in „Silo“, überzeugende Protagonisten, eine hervorragende Verzahnung von Erzählfäden durch die Zeiten und Orte hindurch, den den Leser durchweg anregt und im Erzählfluss hält.

 

 

So kann man sich nur auf den (hoffentlich) nächsten Band freuen. Nicht nur, weil „Level“ an gleicher Stelle endet, wie „Silo“, sondern ebenso aufgrund der durchweg spannenden und anregenden Unterhaltung, die Howey vor die Augen führt.

 

M.Lehmann-Pape 2014