Goldmann 2014
Goldmann 2014

Mia James – Ravenwood. Der schlafende Engel

 

Abschluss der Trilogie

 

War es bei Harry Potter eine Schule der Zauberer, bei der nicht immer ganz so klar war, wer Freund und wer Feind ist, hat es April Dunne zu Beginn nicht ganz so leicht gehabt, zu durchschauen, dass ihre neue Schule ein besonderer Ort ist.

 

Ravenwood ist ein Hort der Vampire, Verdeckt zunächst, natürlich. Und Gabriel, einer ihrer Mitschüler scheint zunächst der einzige der gutaussehenden jungen Männer an der Schule und in deren Umfeld zu sein, der seine schützende Hand über April hält.

 

Das ist nun, zu Beginn dieses dritten Teils der Romanfolge, eine Weile her und all Beteiligten samt dem Leser wissen Bescheid, dass auch in Ravenwood der alte Kampf gut gegen böse im Raume steht. Ein Kampf, dem Aprils Vater bereits zum Opfer geraten ist und in dem auch ihre Liebe Gabriel sich aktuell mehr und mehr von ihr, von der „guten Seite“,  zu entfernen scheint.

 

So sieht sich April mehr und mehr auf sich alleine gestellt, den finalen Kampf gegen den Kern des Bösen, den „König der Vampire“ aufzunehmen. Was sie tun wird. Wenn sie wüsste, wo diese Quelle der Kraft der Vampire überhaupt zu finden wäre.

 

„Blut klebte an seinen Händen. Warm und schwarz rann es an seinen Fingern hinab und tropfte auf dem Weg vor ihm“.

 

Mit arroganter Gewalt nehmen sich die Vampire, was ihnen im Sinn steht und doch scheint April etwas an sich zu haben, was ihnen Respekt einflößt. Oft und oft wird April angegriffen und noch ist es nicht gelungen, das Mädchen auszuschalten.

 

„Aber du  bist die Furie, April. Du bist die einzige, die sie zerstören kann“.

 

Ein Weg, auf dem April auch ein Geheimnis um ihren Vater noch lösen wird. Sein Tod hat mehr Gründe als nur seine Recherchen über Vampire, soviel wird deutlich für April. Der „Vampirkönig“ hatte da seine ganz eigenen Interessen. Wobei April mehr und mehr zum Ende des Buches hin eigentlich genug damit zu tun hat, ihren Kopf auf dem Hals zu verteidigen.

 

Eine durchaus flüssig erzählte Geschichte, in der James sehr darauf achtet, all das, was geschieht, in der modernen Welt angesiedelt zu lassen. Entgegen es Covertextes steht die „große Liebe“ zu Gabriel übrigens über weite Strecken des Buches eher im Hintergrund im Raum. April selbst, ihre Suche und ihr Kampf erhält den weitaus größten Raum in den Ereignissen.

 

Ein Buch, dass in manchen Teilen auch eine gewisse Spannung erzeugt, aber in den Abläufen doch keine gestählten Nerven unbedingt benötigt und eher in der Atmosphäre von „Twilight“ angesiedelt ist, als im Genre von Horrorfilmen. Mit überaus überraschenden  Wendungen und Aufklärungen zum Ende der Geschichte hin.

 

 

Alles in allem eine solide Unterhaltung für all jene, die „Twilight“ mochten und moderne „Vampirgeschichten“ mit dem „gewissen Hauch“ an Romantik mögen.

 

M.Lehmann-Pape 2014