cbj 2011
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Christoph Paolini – Eragon – Das Erbe der Macht

 

Finale des Drachenreiters

 

Der nunmehr vorliegende vierte Band der Eragon Reihe bildet den Abschluss der epischen Geschichte dieser klassisch zu nennenden Fantasy-Welt, besiedelt von Elfen, Drachen und Menschen, zusammengebunden im Kampf zwischen Gut und Böse, der mittels Mut und Magie ausgefochten wird.

 

In Alagaesiaa stehen die Zeichen auf Kampf gegen Galbatorix, hier schließt der vierte Band der Reihe nahtlos an den Vorgänger an. Doch aussichtslos fast erscheint das Vorgehen gegen Galbatorix, der seine Macht mit harter Hand gesichert hat. Dies zeigen schon die ersten Seiten des Buches, die den Kampf um Belatona schildern. Ohne Umschweife zeigt Paolini auf, wie gefahrvoll der endgültige Kampf der Gefährten sein wird und dass beileibe nicht alle unbeschadet davon kommen werden. Fast macht sich Ernüchterung breit, wenn deutlich wird, das 'in der kurzen Zeit des gemeinsamen Feldzugs der Varden und Surdaner gegen das Imperium war Orrin immer ernster geworden. Von seinem ursprünglichen Enthusiasmus ....  war nicht mehr viel geblieben'.

 

Und weitere Opfer wird es geben auf Seiten der Kämpfer für das Gute. Ebenso wie intensive Herausforderungen, die es zu bestehen gibt und Aufgaben, die erledigt werden müssen, will man dem Sieg nahe kommen.

 

Eragon ist sich bald sicher, das nur in einer uralten Prophezeiung die Chance auf den Sieg gegen Galbatorix zu finden sein wird. So macht er sich auf, das 'Verlies der Seelen' zu suchen. Eine Suche, für die er Unterstützung von noch unbekannter Seite brauchen wird.

 

In gewohnter Art und Weise folgt Christoph Polini im Buch vielen 'Fährten'. Aus der Perspektive verschiedener Erzählstränge und Personen heraus lässt er den Leser teilhaben am finalen Kampf gegen den 'Imperator'. In diese Kämpfe hinein erzählt Paolini natürlich auch die Geschichte von Eragon und Arya, der Elfe, weiter. Durchaus die ein oder anderen Szene aus den vorangegangen drei Büchern hat gezeigt, dass zwischen diesen beiden mehr möglich wäre, als nur Gefährten im Kampf gegen das Böse zu sein. Doch bisher hat es Paolini geschickt verstanden, die Entwicklung zwischen beiden offen zu halten. Im nun letzten Band wird auch diese Beziehung geklärt werden, ohne dass vorweggenommen werden soll, in welcher Weise.

 

Durch die Einfügung der Prophezeiung, die zudem im Raume stehende Suche nach weiteren, unabhängigen Drachenreiter, der für den letztendlichen Sieg gegen Garbatorix unerlässlich sein wird, fügt Paolini zudem genügen 'Umwege' noch ein, die er zudem fantasievoll wie gewohnt ausgestaltet, um genügend Stoff für die gut 9050 Seiten des Buches zu finden. Das Finale selbst, soviel sei verraten, gerät leider in Relation zur gesamten Geschichte doch recht kurz, wenn auch intelligent und spannend mit einigen überraschenden Wendungen dargestellt.

Durchaus befriedigend aber ist die 'Nachgeschichte', in der Paolini das weitere Ergehen seiner Figuren einem durchaus sinnvollen und logischen Ende zuführt.

 

Paolini hat noch einmal ein farbenfrohes Fantasy Schauspiel abgerufen, dass sicher die ein oder andere Länge aufzuweisen hat und in den dargebotenen Personen doch eine gewisse Eindimensinalität aufzeigt. Gut ist eben gut und Böse ist böse. Im Gesamten aber nimmt Paolini den Leser durchaus  emotional mit hinein in die Welt Alagaesias mitsamt seiner Zwerge, Drachen, Drachenreiter, Elfen, Kämpfe, Verluste und Gewinne, in einer durchaus spannenden Geschichte von Freundschaft, alten Prophezeiungen und dem Kampf gegen das Böse.

 

M.Lehmann-Pape 2011