Piper 2013
Piper 2013

Peter Ward - Invaders

 

Munteres Science-Fiction für jüngere Heranwachsende

 

Geoff Stamp ist zwar bereits Mitte Zwanzig, aber von einem „Ankommen“ im Leben hält der passionierte Langschläfer und Computerspielfan nicht allzu viel.

 

Gut, dass sein Freund Tim, bei dem er wohnt, für zumindest ein wenig Unterhaltung sorgt. Und gut dass Zoe, die Postzustellerin (nicht, dass Geoff viel Post bekommen würde) ab und an mit ihrem Anblick Geoffs Tag versüßt.

 

Im Großen und Ganzen war es das dann nämlich auch schon mit dem gesellschaftlichen Leben des jungen Mannes.

 

Wenn da nicht Tim nun rigoros einschreiten würde und Geoff mit aller Kraft zu einer Bewerbung bewegt hätte. Ein Job, den Geoff umgehend auch zugesagt bekommt. Wobei die Einladung zum Gespräch schon im Briefkasten liegt, als sein Bewerbungsschreiben gerade eingeworfen ist. Ein Umstand, der hellere Köpfe leicht irritiert hätte, den Geoff aber klaglos zunächst hinnimmt. Denn er ist viel zu beschäftigt damit, irgendeinen, diesen Job gar nicht zu wollen. Doch dann wird sein Interesse erweckt.

 

„Reiseführer für Zeitreisende“, das ist doch was. Angestellt von Leuten, die aus der Zukunft kommen. Für Touristen aus der Zukunft, die in der Vergangenheit richtig was sehen wollen. Von denen ihm letztlich übrigens gar nicht alle so unbekannt sind, wie sich zeigen wird. Ebenso, wie sich zeigen wird, dass die Zukunft ein dickes Problem hat.

 

Außerirdische hatten bereits (oder werden haben, ja nachdem, zu welcher Zeit man sich im Buch befindet) versucht, die Erde einzunehmen. Und die Gefahr ist noch nicht gebannt, auch wenn seit Jahrhunderten (oder in zukünftigen Jahrhunderten) lange nicht mehr von diesen Varsianern gehört wurde. Wie sich zeigen wird: sie sind noch da.

Agil und aktiv wie eh und je, den „großen Schlag“ vorbereitend. Und Geoff ist es (was er noch nicht weiß), der die Lösung dieses Problems darstellen kann.

 

Humorvoll, ironisch überspitzt, so schickt Ward den Leser auf dies Reise zwischen und durch die Zeiten, wobei seine Hauptfigur durchaus an „Artur Dent“ erinnert und dessen Freund Tim einem „Ford Prefect“ nahestehen könnte. Ohne allerdings die Wucht der Surrealität und der Verwicklungen des „Anhalters durch die Galaxis“ von Dougals Adams zu erreichen.

 

Munter erzählt, durchaus logisch aufgebaut, kommt „Invaders“ doch deutlich zu harmlos daher, um Erwachsene oder ältere Heranwachsende durchgehend zu fesseln. Wenn von „mehrfarbigen Laserstrahlen“  und „fiesen Waffen“ die Rede ist, wenn zwar Schlachtgetöse erschallt, alle aber ziemlich trocken und locker bleiben, dann fühlt man sich zudem an Bord des „Falken“ versetzt, in dem Han Solo auch im größten Kampfgetümmel noch Zeit für einen kecken Spruch und ein lockeres Augenrollen hat.

 

Für jüngere Heranwachsende allerdings bietet „Invaders“ eine durchweg anregende Lektüre mit genau dem richtigen Ton zwischen Abenteuer und Ironie, Intrige und Witz, Verrat und einem „Anti-Helden“, der in seiner zurückhaltenden Art leider gern überhört wird. Auch wenn er Entscheidendes beizutragen hätte.

 

M.Lehmann-Pape 2013