Arena 2013
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Rainer Werkwerth – Das Labyrinth jagt Dich

 

Fortsetzung des mörderischen „Spiels“

 

Zwei Welten des „Labyrinth“ haben die jugendlichen Protagonisten des Buches bereits hinter sich gebracht. Mit Opfern. Denn auf jeder Ebene des Labyrinths gibt es immer ein Portal, einen Ausgang weniger, als es „Spieler“ sind.

 

Wa das Labyrinth ist, wie sie dort hinein gelangen konnten, woher die in sich völlig verschiedenen „Spielwelten“ kommen, wer diese „Seelenfresser“ sind, die sie verfolgen und deren Kreischen ihnen den letzten Rest Lebensmut zu nehmen vermag, noch tappen die übrig gebliebenen Jugendlichen völlig im Dunkeln.

 

„Sie suchen die Gegend ab. Nach uns. Eine Falsche Bewegung und wir sind geliefert“.

 

Trotz ihres sich Vorfindens in einer, als erstes „Spielfeld“ dieses Buches, nur rein weißen Welt in geschlossenen, kleinen Räumen und mathematischen Aufgaben, die es anscheinend zu lösen gilt.

 

Ein Druck baut sich auch in diesem zweiten Band der Reihe deutlich und mehr auf, den Werweth für den Leser spürbar vermittelt.

Druck durch „das Spiel“ selbst, die gnadenlose Hatz gegen die Zeit, jene „Portale“ rechtzeitig zu finden. Denn sonst steht der sofortige Tod im Raum, die konkrete „Welt“ (Spielebene) in der sich die jungen Leute befinden, fällt nach Ablauf der Zeit auseinander.

Druck durch die Verfolgung durch unbekannte Mächte und die gefährlichen Aufgaben, die den Weg zu den Portalen säumen.

Druck aufeinander, denn so langsam bilden sich engere Verbindungen, gar Lieben heraus und alle wissen: Nur zusammen können die Aufgaben bewältigt werden, aber am Ende wird ein Platz zu wenig sein, einer oder eine wird zurückgelassen werden müssen. Die anderen sind Freund und Feind zugleicht.

Und Druck baut sich innerlich auf, denn die perfide Eigenschaft des Labyrinthes ist es, die Jugendlichen, die durchweg ohne Erinnerung an ihr Leben vor dem Erwachen im Labyrinth sind, mit sich selbst, mit ihren eigenen, tiefsten Ängsten zu konfrontieren.

 

Verschiedene Ebenen, die Werkwerth gut vermittelt, für die er jeweils genügend Raum lässt, um all diesen Druck spüren zu lassen. Wobei er in diesem zweiten Band deutlich den Schwerpunkt mit darauf setzt, den Protagonisten nahe zu kommen, ihre speziellen Persönlichkeiten mehr und mehr auszuloten.

 

Sei es Mischa, der dem Gang Mitglied Leon mehr entgegenbringt als nur Bewunderung, sei es Leon, der immer kurz vor der Explosion seiner inneren Wut steht, sei es Jenna, die zusammenhalten will, sei es Jeb, dessen Kraft schwächer und schwächer wird oder Mary, die an einem dunklen Geheimnis aus ihrer Kindheit heraus immer noch schwer zu tragen hat.

 

Und zudem öffnet Werkwerth hier und da erste, leichte Andeutungen in den Raum wirft, was es mit dieser ganzen Geschichte und dem Labyrinth auf sich haben könnte.

 

Auch wenn das Grundsystem des Buches das alte Spiel des „immer einer weniger“ (wie in „Cube“ und vielen anderen Geschichten) aufnimmt, hat diese Geschichte doch einen ganz eigenen Reiz und ein hohes Tempo, das für Spannung und Unterhaltung bestens sorgt.

 

M.Lehmann-Pape 2013