Droemer Knaur 2015
Droemer Knaur 2015

Ransom Riggs – Die Stadt der besonderen Kinder

 

Spannende Fortsetzung

 

Am Ende der „Insel der besonderen Kinder“ war die Welt der „Besonderen“ aus den Fugen. Die Zeitschleife entdeckt, von den „Wrights“ belagert, von den „Hollows“ (dunkle Schattenwesen) verfolgt. Vernichtung, der Verlust der Seelen der „alten Kinder“ drohte.

 

Kinder, die je besondere Begabungen in sich tragen, Wesen, die nur dem Äußeren nach Kinder sind, erhalten in diesem Zustand durch das Leben in den Zeitschleifen und die Kraft der „Ymbrynen“, jener magischen Zauberinnen, welche die Kinder weltweit unter ihre Obhut genommen hatten.

 

Doch nun treiben die Kinder auf Booten auf der offenen See. Verfolgt von einem U-Boot der Wrights, inmitten des Jahres 1940, Kriegszeiten.

 

Und unter Ihnen Jacob, der amerikanische Jugendliche, der erst vor kurzem über seinen Großvater erfahren hat, dass er selbst eine ganz besondere Begabung geerbt hat. Er kann kein Feuer aus der Hand erzeugen, nicht in die Höhe schweben, nicht tote Dinge kurz lebendig werden lassen, nicht in die Zukunft schauen, er kann mit „Hollows“ in Kontakt treten.

 

Er spürt deren Nähe, die Gefahr.

 

Knapp entkommen die Kinder, ihre Ymbryne bei sich, die sich in einen Vogel verwandelt hat und aus eigener Kraft nicht mehr ihre menschliche Gestalt einnehmen kann.

 

Eine andere Ymbryne muss helfen, doch wo finden? In einer Zeit des „Generalangriffes“ auf die Zeitschleifen und der Gefangennahme fast aller Ymbrynen durch die pupillenlosen Wrights.

 

Eine Menagerie ist das erste Ziel der Gruppe, doch Mrs. Wren, die Ymbryne dieser absonderlichen Gruppe von ebenso absonderlichen Tieren (wie der Emuraffe) ist nach London gereist.

 

Nur knapp entkommen die Kinder, enger und enger zieht sich die Gefahr durch die Verfolger, ein Hollow muss getötet werden, bei Zigeunern Unterschlupf gefunden werden und in London gefahrvolle Wege in der Stadt und unterhalb der Stadt genommen werden. Mit überraschenden Begegnungen (das Mädchen mit dem Loch in der Brust), die zeigen: Ganz alleine sind die besonderen Kinder nicht. Überall finden sich noch weitere Besondere.

 

Aber ob das nutzt? Ob der Eispalast Schutz geben kann? Ob es Mrs. Wren gelingt, Mrs. Pegegrine wider in einen Menschen zu verwandeln? Oder ist die Übermacht der Feinde zu erdrückend?

 

Während Jacob sich mehr und mehr eingewöhnt, gar Gefühle entdeckt, die ihm vorher unbekannt waren und sich an sein leeres Handy aus der Gegenwart klammert, dass in all den Zeiten, in denen er landen wird natürlich gar nicht funktioniert.

 

Tatsächlich ganz besondere „Besondere“ hat Riggs in seinem magischen Kosmos auf die Reise gesetzt und sorgfältig werden die einzelnen Charaktere (auch durch die wunderbar ausgesuchten Portraits und alten Bilder im Buch) dem Leser nahe gebracht. In der rechten Mischung für ein Jugendbuch zwischen hartem Kampf, leichtem Grusel und anregender Anspannung liest sich die Geschichte mit Tempo und flüssig, auch wenn schon bald deutlich wird, dass hier ein „Zwischenband“ vorliegt, der nicht das Ende der Jagd und der Gefahr bedeuten wird.

 

Eine sehr empfehlenswerte Lektüre, nicht nur für jugendliche Leser.


M.Lehmann-Pape 2015