dtv 2013
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Sarah Crossan – Breathe. Flucht nach Sequoia

 

Fortsetzung des Aufruhrs in der „atemlosen“ Welt

 

Am Ende des ersten Bandes waren die inneren Verhältnisse der meisten Protagonisten zwar klar (nach doch einigem an Klärung und Überzeugungsarbeit), doch, wie es sich nun auch zu Beginn des zweiten Bandes der Reihe darstellt, im „Außen“ geht es weiterhin drunter und drüber und alle Seiten sind zunächst dabei, sich die Wunden zu lecken.

 

Das „Regime“ unter der Glaskuppel ist durch den Aufstand geschwächt, den Quinn durch seine Liebe zu Bea mit angezettelt hat.

 

Der „Hain“ existiert nicht mehr und mit ihm viele der Bewohner in dieser Welt nach dem „Switch“ (der starken Reduzierung von Sauerstoff in der Atmosphäre, so dass Chaos ausbrach, der größte Teil der Menschheit einfache erstickte und der größte Teil des Restes seitdem mit Sauerstoffflaschen nur überleben kann). Eine Gruppe, die durch Anpflanzen von Bäumen und durch Gewöhnung fast von Kind auf an mit der verminderten Sauerstoffsättigung der Luft zurecht kam.

 

Während die kleine Gruppe der Überlebenden des „Hains“ sich auf den Weg nach Sequoia, dem Mittelpunkt der Rebellengruppe machen, versucht hat das „Regime“, Schäden zu beheben, neue Soldaten auszubilden und, zunächst, unter der Herrschaft des neuen Kanzlers (Quinns Vater Vine) Kundschafter auszusenden, um die Geflohenen („Ratten“) aufzuspüren.

 

Quinn ist mit Bea und anderen ebenfalls auf der Flucht und irrt durch eine verlassene, zerfallene Welt alter Städte und zerfallener Bahnhöfe. Der Sauerstoff wird knapp, Jazz erleidet eine schwer Verletzung und Quinn muss sich alleine auf den Weg mach, bei den Rebellen von Sequoia Hilfe zu holen.

 

Während der Elitesoldat Oscar, der Sohn des getöteten ehemaligen Kanzlers, in starken Zweifel ob der Ziele und der Rechtmäßigkeit des Regimes gerät.

 

Mit ständig wechselnden Perspektiven und mit Tempo erzählt Crossan ihre Geschichte der „Welt ohne Atme“ weiter und lässt den Leser teilhaben am Ergehen der verschiedenen Hauptpersonen und Gruppen.

 

Vor allem aber, anders als in anderen Science-Fiction Settings, lässt sie die Grenze zwischen „Gut“ und „Böse“ verschwimmen. „Rebellen“ sind nicht einfach die guten, die gegen einen übermächtigen Gegner antreten. Denn Vanya, die Anführerin der Rebellen, ist beileibe keine „warmherzige“ Person und verfolgt mit ihrer Gruppe ganz eigene Ziele. Für die es „Stifter“ benötigt. Ein Ausdruck, der nicht nur Alina und Silas, Anführer der Überlebenden des „Hains“, Kopfzerbrechen bereitet. Es wird sich herausstellen, dass die einzelnen Überlebenden, Flüchtlinge und Ausgestoßenen sich selbst helfen werden müssen unter ständiger Gefahr. Trotz allen schönen Scheins in Sequoia.

 

„Einen Augenblick lang werde ich in eine mir fremde Vergangenheit zurückgeschleudert (beim Anblick des Prachthauses, welches Vanya bewohnt), in die Zeit vor dem Switch. Doch .... irgendwas fehlt hier“.

 

Was das genau ist, das wird Alina erfahren, während Quinn nach Hilfe sucht und ebenfalls in Gefahr geraten wird.

 

Ein interessanter Rahmen einer Welt am Abgrund, eine flüssige Erzählweise, überzeugende Charaktere und die verschwimmenden Grenzen zwischen „Richtig“ und „Falsch“ machen auch diesen zweiten Band von „Breathe“ zu einem empfehlenswerten Leseerlebnis. Auch wenn Crossan von  Sprache und Stil her eher ältere Jugendliche oder junge Erwachsene anspricht.

 

M.Lehmann-Pape 2013