HoCa 2014
HoCa 2014

Sylvia Madsack – Hymne an die Nacht

 

Dritter Teil der Vampir-Saga

 

Und weiter geht die Geschichte um den charismatischen Grafen Stanislaw, alter Vampir und Edelmann, voran.

 

Daphne ist inzwischen von ihm mit seinem Blut gerettet worden und „die Frau an seiner Seite“, Joanna hat sich als seine leibliche Tochter herausgestellt, sein Widersacher, Kyrill,  ein noch junger und heißsporniger, gefährlicher Vampir war nur fürs erste besiegt.

 

Um die Seinen vor Kyrill zu schützen beschließt Stanislaw, mit seiner Tochter in seine Heimat nach Rumänien zu fahren, Daphne ist an anderem Ort vermeintlich in Sicherheit.

 

Doch Kyrill gibt nicht auf und setzt sich auf die Fährte. Auch wegen Joanna. Die, ihrerseits, in Rumänien Kontakt zum angesagten Schauspieler des Landes bekommt, ein in sich nicht gefestigter, charismatischer, ein „Bild von einem“ Mann.

 

Es kommt, wie es vorhersagbar ist. Joanna mit ihren ganz eigenen Kräften als Zwitterwesen zwischen Mensch und Vampir lässt sich auf Vadim, den Schauspieler, ein. Stanislaw hat nun einerseits mit seiner väterlichen Eifersucht zu tun und andererseits alle Augen offen zu lassen, um der Gefahr durch Kyrill zu begegnen. Wo er doch gerade erst auch „zu sich“ gefunden hat, nicht zuletzt durch Daphne und seine neue, von ihm geliebte Familie.

 

Viele Rückblicke kennzeichnen den ersten Teil des Buches, dem Leser wird nebenbei noch die literarische Figur des „Dorian Gray“ kurz erläutert und Rumänien in seiner Gebrochenheit nach Jahrzehnten der Diktatur (eher abschreckend) vor Augen geführt.

 

Sprachlich gestaltet Madsack ihre Erzählung, wie gewohnt, in sehr einfacher und plastischer Form, wobei in diesem Ban die Grenze  zum „Frauenroman“ und dies dann in auch kitschiger Form doch das ein oder andere Mal überschritten wird.

 

„Ich denke an Dich. Die Deine“. „Ja, sie war die Seine, seine zärtliche, hingebungsvolle Daphne. Er sah das harmonische Oval ihrer Züge vor sich …  und er dachte an den Ausdruck in ihrem Gesicht, wenn sie sich liebten …. Er war ernst gewesen und zugleich selbstvergessen“.

 

Liebe und (harmlos dargestellte) Leidenschaften also sind es, die dem Buch über weite Strecken seinen Inhalt geben, gepaart mit ein wenig „Graf Dracula“ der „Gentleman“ Form und der (fast schon üblichen) Hatz der „gefährlichen Verfolgung“. Mit dem ein oder anderen durchaus spannenden Moment versehen, wobei das „Finale“ doch arg kurz daher kommt.

 

 

Insgesamt leicht und flüssig zu lesen, teils langatmig in den Rückblicken und mit wenig bis kaum echtem „Grusel“ versehen, bildet dieser dritte Band eigentlich auch einen guten Abschluss für die gesamte Reihe, denn das Sujet von „gefährlicher, aber Grenzen überwindender Liebe“ war ja letztlich bereits durchgehendes Thema des Vorgängerbuches.

 

M.Lehmann-Pape 2014