Heyne 2010
Heyne 2010

William King – Warhammer 40.000 - Wolfskrieger

 

Warhammer zum 6.

 

Eine Vielfalt von Geschichten, Figuren und durchaus einiges an Autoren beinhaltet die epische Breite der Warhammer Geschichten mittlerweile im Lauf der Jahre. Durchaus immer wieder gerne hervorgeholt und gelesen. Einerseits, um den Überblick zu bewahren, andererseits finden sich immer wieder Neueinsteiger in diese Fantasy Science-Fiction Welt, die ehemals als Computerspiel entstanden ist.

 

In der 6. Auflage nun legt der Heyne Verlag den Titel „Wolfskrieger“ noch einmal auf (erschienen in 1. Auflage 2002). Eines der düstersten Kapitel der Saga findet hier auf gut 360, eng gesetzten Seiten aus der Feder Willam Kings seinen Raum.

 

Eine Welt des Kampfes ist es, in der Ragnar seinen Weg suchte und, im ersten Anlauf, scheiterte. Zu Tode verwundet noch bevor er als vollwertiger Mann in die Reihen seines Clans aufgenommen werden konnte, schmählich aus dem Hinterhalt überfallen, sah er dem Tod auf Fenris, einem eigentlich beschaulichen Planeten, wenn er nicht Heimatort der Space Wolves (Wofskrieger) einerseits und Ort verschiedenerlei Clanfehden andererseits gewesen wäre.

 

Doch damals wurde er durch die Macht eines Magiers dem Tod entnommen und ihm ein Weg zu den Space Wolves eröffnet. Eine Art Marines der Zukunft in Diensten des Imperators.

 

Schon hier wird die fiktionale Mischung verschiedener Genres deutlich. Schottisch-mittelalterlich oder auch Wikingern entsprechend anmutende, raue Krieger und Clankämpfe im Kampf mit Äxten und Schwertern mischen sich mit Flugzeugen und mechanischen Rüstungen. Elemente von Wesen, die an die Trolls des Herrn der Ringe erinnern mischen sich mit Szenen aus einem militärischen Ausbildungslager und biologisch-technisch veränderten Elitekämpfern. Letztendlich aber ist und bleibt die Warhammer Welt eine Welt des düsteren Mittelalters, gespickt mit ebenso düster wirkenden technischen Errungenschaften und Waffen. Dies betrifft im übrigen nicht nur die äußere Welt, in der das Epos spielt, sondern auch die Werte und Normen, die vertreten werden. Der Kampf Gut gegen Böse, Helden gegen Verräter, eine Welt, in der der Stärkere sich durchsetzt und der Schwächere nicht überlegt, ein streng feudalistisch geordnete Welt, in der der hochgezüchtete Soldat die Elite darstellt und der Clan innere wie äußere Heimat ist, die gegen jeden und alles im Kampf verteidigt werden muss.

 

All dies lässt Ragnar im Rückblick übrigens Revue passieren, denn auch aktuell scheint seine Zeit gekommen zu sein, er liegt im Sterben. Doch wer weiß, was passieren wird?

 

Für den, der martialische Geschichten mag, wer sich nicht an der trivialen Sprache, den einfachen Figuren und der auf Befehl und Gehorsam aufgebaute Welt stört, in der alles, was anders ist, zumindest verfolgt, meist aber ausgemerzt werden soll, der kommt, was die Action angeht, durchaus auf seine Kosten in dieser flüssig geschriebenen und in sich stringenten Geschichte. Simpel konstruiert, mit einigen anregenden Fantasyelementen mittelalterlicher Prägung versehen nimmt das Buch die Grundidee der Warhammer Reihe nahtlos auf und führt sie fort.

 

M.Lehmann-Pape 2011