S.Fischer 2013
S.Fischer 2013

Ernst Klee – Auschwitz – Täter, Gehilfen, Opfer und was aus ihnen wurde

 

Ein nüchternes, beeindruckendes und wichtiges Lexikon des Verbrechens

 

Schlägt man das Buch von Ernst Klee auf, springt es einem entgegen wie in jedem anderen Lexikon und Nachschlagewerk auch. Von A-Z geordnet, zweispaltig pro Seite in mehr oder minder kleinen, komprimierten Artikeln.

 

Doch schon bei den ersten Artikeln und auch im weiteren Verlauf kann sich der Leser diesen nüchtern wirkenden Daten und kurzen Erläuterungen kaum entziehen, denn hier werden von A-Z Menschenleben dargestellt, findet der Leser eine sorgfältig recherchierte, fundierte und präzise benannte Darstellung all jener Täter, Opfer und Gehilfen, die Klee in und um Auschwitz herum benennen kann und deren prägnante Merkmale“ Klee versammelt.

 

Das reicht von einem Satz „zutreffend ist, das man großes Glück haben musste, wenn man nach der Einlieferung in den Arrestblock nach herauskommen wollte“, wie es lapidar als „Merksatz“ zu „Jäger, genannt Leichenheinrich, SS-Unterscharführer“ vermerkt ist, bis zu ausführlichen Darstellung wie der des Krematoriumsleiters in Auschwitz

 

Akribisch führt Klee Namen um Namen auf, vom Chef der SS-Küche über die zentrale Bauleitung, von den Aufsehern, Gehilfen, Leitern, SS-Schergen zum jüdischen Häftlingsarzt und zu Lagerinsassen, die in der ein oder anderen, gezwungenen oder freiwilligen Form, sich dem Organisationsapparat Auschwitz zur Verfügung stellten.

 

Soweit die Recherchen reichten, trägt Klee alles wissenswerte zusammen, vor allem auch all das erfahrbare über das Ergehen und den weiteren Lebensverlauf der Personen nach 1945.

 

Knapp 4000 Namen und eine Geschichte des Schreckens hinter den nüchternen Texten, die allezeit mitschwingt.

 

Ein ganz hervorragendes, wichtiges und in den einzelnen Beiträgen gut lesbares Nachschlagwerk, dass gegen das Vergessen ansteht.

 

M.Lehmann-Pape 2013