Theiss 2012
Theiss 2012

Stefan Zimmer (Hg.) – Die Kelten

 

Kompaktes Überblickswissen in nun 3. Auflage

 

Stefan Zimmmer versammelt im  buch Beiträge je ausgewiesener Fachleute für die keltische Kultur und die entsprechende geschichtliche Epoche, die je aus ihrer Fachrichtung und speziellen Interessen heraus ein insgesamt breites Bild der Lebensweise und Kultur der Kelten zu geben vermögen.

 

Der aktuelle Stand der Forschung und dessen, „was man über die Kelten weiß und wie sich die Wissenschaft mit diesem Objekt der Forschung beschäftigt“ findet sich ausführlich und für eine breite Leserschaft in Sprache und Form nachvollziehbar dargelegt im Buch wieder.

 

Eine Volksgruppe, die durchaus zu ihrer Zeit prägend für den mitteleuropäischen Raum war und bis heute durchaus nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Irland, Großbritannien, aber auch in der Schweiz ihre Spuren hinterlassen hat. Spuren, die nur mehr schwach auszumachen sind. Dem trägt in dieser dritten Auflage der neu aufgenommen Beitrag über das „Verschwinden des Keltischen auf dem europäischen Festland“ Rechung.

 

Ausgehend von der Einordnung der Kelten in der Welt der Antike und dem archäologischem Befund, wenden sich die Autoren im Buch der Religion, der Geschichte keltischsprachiger Länder seit dem Mittelalter und der Sprache der Kelten an sich zu. Ebenso eröffnen Beiträge im Buch einen durchaus fundierten Blick auf das Keltische Recht und die keltische Literatur, beschreibt doch über einen längeren Zeitrum noch verankerte (hier und da bis in die heutige Zeit vor allem in der Musik und Instrumenten erkennbare) keltisch geprägte Folklore und bietet einen kurzen, aber sehr interessant zu lesenden Blick auf das „Nachleben“ der Kelten als Abschluss der Darstellung. Wobei Irland, Wals, die Bretagne und Schottland sind hier zu nennende Zentren teils noch lebendiger, keltischer Kultur im folkloristischen Gewand mit doch deutlichen, touristisch motivierten,  Glättungen und vielfachen Unterschieden in den Regionen.

 

Auch die Darstellungen der „literarischen Wiederentdeckungen“ der Kelten in der ossianischen Dichtung, in der Bretagne, in Schottland und Irland finden ihren Niederschlag im Buch ebenso, wie eine Beschreibung „klassischer“ keltischer Musikinstrumente.

 

Alles in allem eine breite und gut lesbare Übersicht über Volk, Kultur und „Nachleben“ der Kelten im mittleren Europa, für den allgemein am Thema interessierten Leser genauso geeignet wie für den wissenschaftlich Forschenden, wobei sich hier alleine schon das auf dem neusten Stand befindliche Literaturverzeichnis als hilfreich erweist.

 

M.Lehmann-Pape 2012