Andreas Kieling – Meine großen Abenteuer

 

Lebendig und informativ erzählt

 

Es knistert das Holz, die Vögel sind im Hintergrund zu hören, der Wald macht seine Geräusche. Eine durchaus stimmige und passende Atmosphäre, die zunächst in diesem Hörbuch entsteht (und zwischen den einzelnen Kapiteln immer wieder in den Vordergrund gerückt wird), bevor Andreas Kieling breit, umfassend und, natürlich, kenntnisreich fünf „große“ Geschichten erzählt.

 

Warum australische Angler immer um die zwei Meter entfernt vom Ufer stehen? Das auch ein tief schlafender „Silberrücken“ umgehend seine „Frauen“ energisch beschützt. Das man mit einem Krokodil durchaus tauchen kann, wenn man darauf achtet, dass die Echse sich eben nicht mit einem vertraut gemacht hat, wie das damals mit den Eisbären alles für Kieling anfing, was für „vorsintflutliche“ Tiere Komowarane sind (und wie beeindruckend es ist, diese aus der Nähe zu betrachten) und vielfaches zu erfahren über die „Könige von Namibia“, die Wüstenelefanten, das sind die Themen der einzelnen Kapitel.

 

Allerdings, Kieling geht in seinen ruhigen, umgangssprachlich gehaltenen Erzählungen je weit über das konkrete Thema, das „konkrete Tier“ hinaus. Seien es die politischen Zustände in Ruanda, seien es die Aborigines in Australien, die Verhältnisse in Namibia, je eine gelungene Mischung aus persönlichen Anekdoten (auch mit seinem Team), aus präzisen Beobachtungen und Schilderungen des Lebensraumes, des Verhaltens und der Eigenarten der fünf Tierarten und aus allgemeinen Informationen über die geographischen und sozialen Gegebenheiten des jeweiligen Lebensraumes bietet Kieling in seinen „Lagerfeuergeschichten“ dar.

 

Das alles kompetent und sachkundig, vielleicht hier und da ein wenig zu assoziativ aneinandergereiht (als würde Kieling gerade noch ein Gedanke kommen und umgehend schwenkt er um zu einem „Zwischenthema“ wie eben im Blick auf die Aborigines und anderen Themen), vor allem aber lebendig in den Inhalten bleiben viele der Informationen umgehend beim Hörer haften.

 

Und das ohne, dass Kieling sich als „Schauspieler“ gerieren würde, der sprachlich mit seinem Ausdruck in verschiedene Rollen dann schlüpft. Durchaus in gelichmäßiger sprachlicher Form erzählt Kieling, ohne damit den Hörer zu langweilen.

 

Ein interessantes, einfach und klar erzähltes Hörbuch, das einen faszinierenden Blick (nicht nur) in „fremde Tierwelten“ gibt und ebenso vielfache Informationen über „Land und Leute“ bietet.


M.Lehmann-Pape 2015