wbv 2012
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Arnim Kaiser, Ruth Kaiser, Reinhard Hohmann (Hg.) – Metakognitive Bildungsarbeit

 

Bildung für das und im Alter

 

Das vorliegende Werk stellt in übersichtlicher und breiter Form die Ergebnisse eines Forschungsprojekts (KLASSIK) zur Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter zur Sicherung und Steigerung der Informationsverarbeitungskompetenz dar.

 

Hierbei greifen die verschiedenen Autoren im Buch einerseits auf quantitativ-statistische Daten und entsprechende Prüfverfahren zurück, bieten aber auch einige narrativ fokussierte Interviews an, um die quantitativen Daten auf hermeneutischem Weg zu einer qualitativen Möglichkeit der Auswertung hin zu führen.

 

Zudem nutzen die Herausgeber eine Darstellung der Methode BALL, um aus (in der Regel verwendeten) subjektiven Einschätzungen eines Lernerfolges möglichst objektive, tatsächliche Lernerfolge zu evaluieren.


Tatsächlich also bietet dieses Werk eine durchaus breite, aus verschiedenen methodischen Richtungen kommende Sicht auf die  Arbeit an der kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter. Eine differenzierte Breite an Herangehensweisen, die durchaus als Stärke des Buches bezeichnet werden kann. 

Eine Ergebnisdarstellung, die im Zuge der allgemeinen und wichtigen Diskussion über die zumindest Erhaltung der kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter angesichts des demographischen Wandels und der zunehmenden Informationsdichte und Informationsgeschwindigkeit der modernen Welt wertvolle Bausteine für die weiterführende Diskussion und Forschung in sich trägt.

 

„Zentral ist die Frage, ob die kommende Gesellschaft der Alten die gleichen innovativen Kräfte  hervorbringen kann, die bislang als Privileg der Jüngeren gelten.“

Eine Frage, die durch die verschiedenen Ergebnisse und Darstellungen der verschiedenen Autoren im Buch durchaus optimistisch beantwortet werden kann, was sich sowohl an die quantitativen, als auch an den qualitativen Ergebnissen ablesen lässt. Interessant sind hier vor allem die Einlassungen zum einen zum „kognitiven Potential“ der Teilnehmenden im Rahmen eines Intelligenztestverfahrens , sowie die Folgen von eigener Motivation und, vor allem, die Zusammenschau der Sicht auf das eigene Alter mit dessen Folgen für die jeweilige Lerneinstellung und Informationsverarbeitungskompetenz. Deutlich ablesbar ist, wie einflussreich die je eigene, optimistische und zugehende Verhaltensweise auf mögliche Lernerfolge ist.

 

Zum besseren Verständnis der einzelnen Beiträge empfiehlt es sich im Übrigen, mit der Zusammenfassung des Gesamtmodells „KLASIK“ durch Arnim Kaiser zu beginnen, um mit diesem Verständnis dann die einzelnen Beiträge der verschiedenen Autoren zum Thema besser ein- und zuordnen zu können.

 

Alles in allem bietet das Buch eine umfassende Darstellung des Forschungsprojekts „KLASSIK“ und eröffnet mit den verschiedenen Beiträgen eine fruchtbare Diskussion über Methoden, notwendige persönliche und gesellschaftliche Haltungen und bietet  erfolgversprechende Instrumente für eine Erhaltung und Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter an. Wie immer, wenn es auch um Statistiken, Modelle, Fragebögen und Auswertungen geht ist die Form des Buches als eher trocken und komplex zu bezeichnen. Immerhin bieten die Interviews in narrativer Methode im Buch hier einen leichten Kontrapunkt, der sehr zum Verständnis beiträgt. Nichtunbedingt ein buch für den Laien, der sich zum Thema kundig machen möchte, wohl aber eine fundierte Darstellung des Forschungsprojektes für die weitere wissenschaftliche und politische Diskussion.

 

M.Lehmann-Pape 2012