Jösel 2011
Jösel 2011

Barbara Richartz – Die Herz Sprechstunde

 

Rund um das zentrale Organ

 

Die persönliche Devise der Autorin nennt Sie in der Einleitung des Buches: „Prävention“. Und der Prävention dienen die Einlassungen der 20 Kapitel auf den gut 180 Seiten.

 

Rund um das Thema Herz, Herzkrankheiten und die persönlichen Möglichkeiten, jenen lebensbedrohenden Herzerkrankungen bestmöglich vorzubeugen, kreisen die , allzeit in flüssiger und verständlicher Sprache geschrieben, Hinweise und Ratschläge zu den verschiedenen Teilaspekten des Themas.

 

Wie in einer tatsächlichen „Sprechstunde“ nimmt Barbara Richartz hierzu jeweils konkrete Anfragen und Themen von Patienten auf und erläutert, relativ kurz und knapp mit einem zusammenfassenden Tipp am Ende jeden Kapitels jene konkret vorbeugenden Handlungen und Haltungen, die jeder persönlich in den Raum setzten kann mit dem Ziel eines gesunden Herzens. Hierzu gehören (meist eher unübliche) kardiologische und regelmäßig wahrgenommene Vorsorgeuntersuchungen ebenso, wie die Klassiker (Verzicht auf Nikotin, ausgewogene Ernährung).

 

Auch mittlerweile nicht mehr unbekannt ist einer der Schwerpunkte im Buch, die Notwendigkeit (und die konkreten Ratschläge der Autorin), Stress abzubauen in einer Gesellschaft, für die Stress geradezu zum Erkennungszeichen geworden ist. Das Lachen die beste Therapie gegen Stress darstellt, ist dabei sicherlich eine Binsenweisheit, die nicht unbedingt weiter führt. Interessanter sind da schon die Einlassungen zu einem vernünftigen Umgang mit der eigenen Arbeitszeit und deren gezielter Verminderung. Leider gilt hier, wie letztlich für das gesamte Buch, dass die Analyse zwar richtig ist (im überwiegenden Teil der Einlassungen aber nichts Neues zu bieten hat), dass aber die konkreten Hinweise für eine Umsetzung einfach zu allgemein gehalten sind. Am Beispiel der Arbeitszeit wird offenkundig, dass die Autorin vorhandene Sachzwänge beispielsweise gar nicht berücksichtigt. Noch lange nicht jeder ist in der Lage, einfach mal „kürzer“ zu treten oder gar regelmäßig „Auszeiten“ einzulegen.

 

Konkreter und umsetzbarer stellt sich dann die Betrachtung einer Reduzierung des Fleischkonsums dar. Ebenso allgemein bekannt mittlerweile und dennoch gut, diesen Punkt im Buch ebenfalls präzise und komprimiert noch einmal vor Augen geführt zu bekommen.

 

Im Gesamten nimmt Barbara Richartz in ihrer „Sprechstunde“ durchweg allgemein bekannte Hinweise und Risikofaktoren auf, erläutert diese knapp und kurz und bietet jeweils einen konkreten Tipp zur Prävention an. Dieser allerdings verbleibt ebenso fast durchgehend rein im Appell und im zu Allgemeinen. In Teilen stellen manche Einlassungen eher auch Plattitüden dar („Beuteltee ist besser, als sein Ruf, Hauptsache dampfend“).

 

Gut gelöst und damit der große Vorteil des Buches ist die breite Zusammenstellung der Themen. Geballt und konzentriert findet der Leser (fast) alles vor, was an vorbeugenden Maßnahmen für die Erhaltung eines gesunden Herzens wichtig und notwendig ist und, vor allem, jeder für sich selber praktisch und einfach umgehend umsetzen könnte.

 

Komplexe Lebenssituationen, die Schwierigkeit, mit alten Gewohnheiten zu brechen, konkrete Hinweise auf eine Umsetzung von Veränderungen sind allerdings im Buch nicht differenziert aufgenommen.

 

M.Lehmann-Pape 2011