Beltz Juventa 2014
Beltz Juventa 2014

Christiane Hof, Miriam Meuth, Andreas Walther (Hg.) Pädagogik der Übergänge

 

Anforderungen und pädagogische Möglichkeiten der Begleitung in speziellen Lebenssituationen

 

„Pädagogische Handlungsfelder orientieren sich an Lebensaltern“.

Die pädagogischen Angebote und Methoden variieren, je nachdem, welche Zielgruppe in welchem Alter in den Fokus rückt.

 

In den letzten Jahren wird zunehmend auch im theoretischen Diskurs deutlich, dass es konkret in vielen Fällen jene Phasen der „Übergänge“ sind, die Anlässe für pädagogisches Handeln darstellen.

Als Vorbereitung einer neuen „Lebens- (Alters-) Phase“, als Begleitung des Überganges, aber auch als Kompensation der Folgen (gerade im Fall eines Scheiterns „an den herrschenden Normalitätsstandards).

 

Die Übergänge zwischen den Phasen des Lebens, die über Jahrzehnte hinweg vom Alter und vom „Erreichten“ bestimmt waren, rücken damit zu Recht stärker in den Blick pädagogischer Handlungsfelder und Methoden, nicht zu Letzt im Übrigen aus dem Grund, dass in „Übergängen“ die Motivation und Offenheit für ein „Lernen“ wesentlich höher ist als in festgefügten (auch inneren) Rahmungen.

 

Eine entsprechende Ringvorlesung zum Thema an der Universität Frankfurt bildet die Grundlage für diesen Sammelband zum Thema und wendet sich aus sozialpädagogischer Sicht in den einzelnen Beiträgen zum einen generellen Strukturen, Mechanismen und Implikationen von Übergängen zu, als auch die Anforderungen innerhalb konkreter Übergänge an Individuen, Übergänge in verschiedenen Lebensaltern und deren Bedeutung für institutionelle Zusammenhänge und pädagogische Arbeitsfelder beleuchtet werden.

Hierbei sind die Beiträge im Buch chronologisch dem jeweiligen Lebensalter zugeordnet, vollziehen somit die Linie vom Kind- zum Jungendlichen- zum frühen Erwachsenenalter bis hin zum Alter hin dann.

 

Vom „Erarbeiten der Welt“, den Übergängen von Kindertagesstätte zur Grundschule, zu späteren Schulbildung, zur Schnittstelle in die eigenverantwortliche Arbeitstätigkeit hinein, von der Familiengründung bis zum „lebenslangen Lernen“ im Rahmen der Erwachsenenbildung werden so fundiert und wissenschaftlich (auch in der Sprache)  immer wieder Übergänge auch in ihrer Bedeutung als „Lernanlässe“ differenziert betrachtet.

 

Die Darstellung mündet in eine Skizze einer „Pädagogik der Lebensalter“, welche als „Quersumme“ die einzelnen Beiträge in eine strukturierte Betrachtung führt.

 

Im Gesamten bildet die Darlegung einen wichtigen Baustein für ein zentrales Arbeitsfeld der Pädagogik. Gerade in Zeiten, in denen Übergänge immer fließender sich gestalten und damit immer weniger standardisierte und damit „einfache und vorgegebene“ Lebenswege im Raum stehen bedarf es einer Systematisierung und Reflexivität des Verstehens und des pädagogischen Reagierens in Methode und Angebot bei der Begleitung inzwischen sehr differenzierter und individualisierter Biographien und persönlicher Zeitpunkte im Lebensalter, Übergänge zu vollziehen und vollziehen zu müssen.

 

 

Ein Buch, das sich zunächst an den wissenschaftlichen Diskurs richtet und hier eine wichtige theoretische Systematisierung für die weitere Diskussion liefert.

 

M.Lehmann-Pape 2014