Verlagskontor 2011
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Claudia Härtl-Kasulke – Lernen mit Emotion und Intuition

 

Effizient, motiviert und gerne Lernen

 

Im Zentrum des Buches von Claudia Härtl-Kasulke steht das Lernen.

Das Lernen in einer konkreten und eher noch ungewohnten Art und Weise.

Intuitions- und Emotionsfördernde Methoden sind es, die die Autorin im Bereich selbstgesteuerten Lernens nun für diesen wichtigen Bereich des Lernens bündelt.

 

Lernen wird hier verstanden als ein Prozess, der „dauerhaft im Zentrum des Lebens“ zu setzen ist. Hierbei richtet die Autorin nun ihren konzentrierten Blick auf die Bereiche der Emotion und Intuition als bisher vernachlässigte Ressourcen für ein effektives und motiviertes Lernen. Dies geschieht auch aus der Erfahrung heraus, dass die „Ratio“ meist durchaus genügend vorhanden ist, alleine aber weder entscheidende Veränderungen hervorrufen kann noch das rational Gelernte dauerhaft und langfristig im Menschen zu implementieren versteht. (Und zudem nun wirklich nicht immer zur tiefen Freude am Lernprozess führt).

 

Auf der Basis neuster Erkenntnisse über das Lernen, gerade auch aus neurowissenschaftlicher Sicht, setzt Härtl-Kasulke Methoden und Hilfestellungen in den Raum, die dem neurowissenschaftlichen Bild der „Datenautobahnen“ (durch Nutzung sich verstärkende Synapsen des Gehirns) Rechnung tragen. Je ganzheitlicher ein Mensch lernt, desto breiter werden sich jene „Datenautobahnen“ ausbilden und desto schneller und leichter wird in Folge gelernt werden können. Bekannte Grundkriterien für nachhaltiges Lernen wie Selbstbewusstsein, Motivation, Konzentration benennt und erläutert sie im Folgenden zudem. Vielfach sind die Einlassungen zu den verschiedenen Kapiteln, zu empfehlen sind hier vor allem die Hinweise zum Bereich des Infotainments (eine Art des Lernens, die in sich bereits die emotionale Ebene deutlich mit einbezieht).

 

Nicht als trockene Theorie übrigens bietet die Autorin ihre Erkenntnisse dar, das Buch ist eine durchgängige Einladung zum aktiv werden. Fragen, Übungen, Platz für Notizen werden umfangreich geliefert und machen die Arbeit mit dem Buch letztendlich zu einem handfesten Seminar über das Lernen. Das Buch selbst ist also ein Erlebnis dessen, was es vermitteln möchte, ein Programm für ein kreatives, ganzheitliches und freudiges Lernen

 

Der inhaltliche Schwerpunkt des Buches findet sich im dritten und abschließenden Teil. Unter den Stichworten der Nutzung unbewussten, emotional gespeicherten Wissens und der Bildung eines „inneren Teams“ der Intuition führt Härtl-Kasulke hier übersichtlich und verständlich zur Öffnung dieser Ressourcen für ein lebenslanges Lernen ein. Schritt für Schritt leitet sie dazu an, „Brücken zu schlagen“ zu den oft unbewussten Vorgängen und leitet dazu an, im Leben emotional Erlerntes oder intuitiv Erfasstes sich zum einen bewusst zu machen und dies zum zweiten für aktuelle Herausforderungen dann zu nutzen. An einfachen und leicht verständlichen Beispielen aus der Praxis zeigt das Buch auf, wie ein solcher „Transfer“ innerer Emotionen und des „inneren Teams der Intuitionen“ zu neuen Lernaufgaben vonstatten gehen kann. Mit verblüffenden Ergebnissen.

 

Grundsätzlich besteht das Programm somit darin, einen bewussten Transfer zwischen einer „alten, abgespeicherten“ Erfahrung und/oder Emotion und einer neuen Lernherausforderung her zu stellen. Dabei führt das Buch Schritt für Schritt zu einer Haltung, die eigene innere Wahrnehmung ins Bewusstsein zu heben und zu stärken, das lebenslang bereits Erfahrene und Gelernte für gegenwärtige Aufgaben nicht „irgendwie“, sondern gezielt eingesetzt.

 

Emotion und Intuition, obwohl oft durchaus das Leben mit bestimmend, sind (noch) ungewohnte Lernelemente und benötigen ein ausgeprägtes Wahrnehmen der je aktuellen, eigenen, inneren Befindlichkeit. So wundert es nicht, dass auch Übungen der Meditation zum Programm dazugehören.

 

Mit der Emotion und der Intuition treten zwei starke Lern-Helfer nun mit ins Rampenlicht, die der manches mal zu kurz greifenden Ratio komplettierend zur Seite gestellt werden. Ein spannender und innovativer Ansatz zum „Lernen lernen“.

 

M.Lehmann-Pape 2011