Metzler 2018
Metzler 2018

Clemens Kühn – Abenteuer Musik

 

Sehr verständliche „Nahebringung“

 

„Ein Buch über Musik, dass auch Nicht-Musikern zugänglich sein möchte, muss tatsächlich für sie und die Welt geschrieben sein“.

 

Das ist der Anspruch und zugleich das besondere an diesem schmalen Werk. Dass es Clemens Kühn versteht, die Essenz, den Kern, das Wichtige an der klassischen Musik und deren Besonderheiten in Komposition und Arrangement sehr allgemeinverständlich vor die Augen des Lesers zu setzten.

 

Und, in Teilen (dazu wäre es aber hilfreich, zumindest Noten lesen zu können), auch vor die Ohren derselben, denn auch hiervon ist das Werk gefüllt, von Beispielen, kurzen oder etwas längeren Notendarstellungen, die den jeweiligen Inhalt umgehend aus der Praxis und für die Praxis darstellen und verdeutlichen.

 

Dennoch hält Kühn auch den zweiten Anspruch seines Werkes konsequent durch.

 

„Das vorliegende Buch….setzt keine spezifischen Kenntnisse voraus. Alles, was als unbekannt anzunehmen ist, wird erklärt; wesentliche Begriffe werden zudem im Anhang definiert“.

 

Unter Verweis auf diverse Hörbeispiele, die über YouTube leicht zu finden sind, bietet Kühn so im Gesamten einen sehr verständlichen, in Druck und über das Internet auch plastisch griffigen Zugang zur klassischen Musk, der dem unvoreingenommen (aber natürlich auch dem interessierten, vorerfahrenen Leser) die Wichtigkeiten und Charakteristika der klassischen Musik spielerisch und verständlich sehr nahe zu bringen versteht.

 

Das Ganze bietet Kühn zudem klar geordnet und einander gegenüber abgegrenzt dar. 20 „Stationen“ sind es dabei insgesamt, die Kühn inhaltlich darstellt.

 

Dies ebenfalls nicht in theoretischer „Trockenheit“, sondern immer auf der Suche nach dem „Wesen der Musik“, die eben aus der „Lust am Spiel“ heraus („„Spiel“ recht verstanden ist nicht Gegensatz von „Kunst“, sondern Teil von ihr“) ebenso entsteht, wie in der Verbindung mit „anderem“. Die „etwas bewirken“ kann (Wirkung, Heilung, Manipulation, Musik belebt, bildet, beeinflusst, stimuliert, emotionalisiert, verführt und Musik füllt Leere) und daher auch „manipulativ“ eingesetzt wurde und wird.


Was nicht nur mit den Komponisten dann zu tun hat, sondern auch auf die „Macht der Interpreten“ verweist (wobei natürlich auch den „Schöpfern“ nachgegangen wird im Rahmen der Station „Wer wann was komponierte“). Interpreten, deren ganz eigene Akzentuierung von Werken Kühn detailliert und zugänglich für den Leser erläutert.

 

Ob sich „Musik erklären lässt“, ist dabei eine ebenso interessant Frage (mit interessanten Antwort-Impulsen), wie die Erläuterungen der „Entfaltung“ von Musik.

 

Und vielen anderen Stationen zudem, die einerseits den durchweg kreativen Zugang durch Kühn dokumentieren und anderseits den Leser in allen wesentlichen Fragen zur klassischen Musik mit Hinweisen und Erläuterungen versehen.

 

Bis dahin, Hinweise in bester Manier vorzulegen, wie man denn eigentlich in bester Weise „Musik hört“ und wie der geschichtliche Wandel auch in der Musik nachvollziehbar vorliegt.

 

 

Das alle ist in sehr verständlicher Sprache und, durch die vielfachen praktischen Verweise sehr griffig dargestellt und insgesamt eine packende und schöne Einführung in all das, wofür die klassische Musik steht und was diese an Entwicklungen ausgelöst hat.

 

M.Lehmann-Pape 2018