Gütersloher Verlagshaus 2010
Gütersloher Verlagshaus 2010

Detlef Dieckmann, Bernd Kollmann – Das Buch zur Bibel

 

Verständlicher Zugang zum „Buch der Bücher“

 

Immer noch ist die Bibel das mit Abstand am weiten verbreite Buch der Welt. Dennoch aber ist und bleibt die Bibel kein einfach verständliches Buch. In seinen vielfachen Textsorten, mythischen Erzählungen und seiner vielfach kaum mehr einfach verständlichen Bildsprache, bleibt es allzu oft dem interessierten Laien ein „Buch mit sieben Siegeln“.

 

So setzen sich Detlef Dieckmann und Bernd Kollmann als bibelwissenschaftliche Experten protestantischer Prägung das Ziel, auf den gut 600 hochwertig gestalteten Seiten des Buches wissenschaftliche Grunderkenntnisse in allgemein verständlicher Sprache darzustellen und damit einen Zugang zu diesem Monumentalwerk der Religions- und Menschheitsgeschichte zu ermöglichen.

 

Ein Ziel, dem die Autoren in bester Weise gerecht werden. Mit übersichtlich gestalteten, prägnanten Kapiteln und Einlassungen, ergänzt durch farblich abgehobene Zusammenfassungen und Exkursen, sowie einer Vielzahl qualitativ hochwertigen Bildmaterials gelingt ihnen das Zusammenbringen wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse in allgemein verständlicher Sprache und einer nachvollziehbaren formalen Struktur, die das Nachschlagen und Einlesen in die einzelnen Themen durchaus zu einem Vergnügen macht.

 

Nach einer ausführlichen Betrachtung zum Umgang mit der Bibel, zur Entstehung der Bibel in heute vorliegender Form, zur Forschungsgeschichte und, wichtig, zum gegenwärtigen interreligiösen Dialog um die Bibel (der immer wieder mit Schwierigkeiten behaftet ist), wenden sich die Autoren im quantitative umfassendsten Teil des Buches im einzelnen den Büchern, Gattungen und thematischen Verbindungen des alten und neuen Testamentes zu. Abgerundet wird diese Betrachtung der Texte und Sinnzusammenhänge durch je eine hervorragende Einführung in das alte und neue Testament. Dabei verbleiben die Autoren nicht im Beschreibenden alleine, sondern legen ebenso theologische Grundlinien und geschichtliche Hintergründe zu den Texten dar. Präzise wird so der theologische Wissensstand zu Paulus erklärend dargelegt, ebenso, wie die Entstehung des Auferstehungsglaubens aus dem Umfeld der damaligen Traditionen her mit erläutert wird.

 

So gelingt es sogar auf übersichtlichem Raum, das unzugänglichste Buch der Bibel, die Apokalypse des Johannes, zumindest in ihren Grundzügen zu entschlüsseln und dem allgemeinen Verständnis damit ein Stück mehr zugänglich zu gestalten.

 

Geschichten, Menschen, Glaubensüberzeugungen, Hintergründe und Forschungsergebnisse fallen in diesem Buch in bester, verständlicher Weise zusammen und werden in der Form hochwertig dargeboten. Nicht nur für religiöse Menschen interessant zu lesen, sondern als wesentlicher Teil der Kulturgeschichte, dargeboten in solch verständlicher Form, für jeden geschichtlich und kulturell interessierten Leser ein Gewinn.

 

M.Lehmann-Pape 2010