wbv 2010
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Deutsches Institut der Erwachsenenbildung – Trends der Weiterbildung

 

Der aktuelle Status quo

 

Wohin geht die Reise der Erwachsenenbildung im Jahre 2010 mit Blick auf die nahe bis mittlere Zukunft? Wieweit hat die allgegenwärtige Finanzkrise qualitativ und/oder quantitativ Einfluss auf diesen traditionellen Bereich deutscher Gesellschaftskultur genommen?

 

Nur zwei Fragen, die auch im Blick des Deutschen Institutes für Erwachsenenbildung (DIE) liegen und denen die neueste Trendanalyse versucht, unter anderem mehr natürlich, nach zugehen. Nach der ersten, durchaus bewährten und Anklang findenden, Trendanalyse des Jahres 2008 wurden nun wiederum aktuelle Zahlen und Rückmeldungen der Erwachsenenbildungsträger ausgewertet. Wohlwissend, und das wird bereits im Vorwort explizit betont, dass Trends gerade in einem solchen Lebensbereich immer der Relativität unterliegen. Aber in ihrer Kernausrichtung als Bestandsaufnahme des gegenwärtigen Status quo kommt der Studie doch durchaus objektivierende Bedeutung zu.

 

Allein schon die einleitenden Betrachtungen zu den durchaus erkennbaren Einflüssen der Wachstumskrise, mit der ein erhöhter Trend zur Weiterbildung und persönlichen Qualifikation einhergeht zeigt, dass durchaus messbare Trends feststellbar sind, die Angebot und Gesicht der Erwachsenenbildung in nächster Zeit deutlich beeinflussen werden. Grundlegend wird zudem die Weiterbildung definiert und abgegrenzt, ebenso wird das Verfahren der Datenerhebung ausführlich gekennzeichnet, bevor umfassend und übersichtlich Weiterbildungseinrichtungen dargestellt werden, ein ebenso umfassender Blick auf die Weiterbilder in Person erfolgt. Generelle Angebots- und Themenstrukturen geben einen vertieften Überblick auf die Breite der Weiterbildung, bevor auch die Teilnehmer differenziert auf Themen und biographische Betrachtungen dargestellt werden.

 

Interessant vor allem für viele Träger der Weiterbildung sind die Einlassungen zur Finanzierung und neu erschlossenen Finanzierungsstrukturen. In Zeiten knapper werdender öffentlicher Mittel ist dieses Kapitel Pflichtlektüre für alle Anbieter, auch der des öffentlichen Sektors.

 

Abgerundet wird die Studie durch eine ausdifferenzierte Betrachtung der verschiedenen Kompetenzprofile wie Lesekompetenz, Fremdsprachen- und Computerkompetenz.

 

Die Studie ist wissenschaftlich gründlich und vertiefend erarbeitet, die Methoden der Erarbeitung liegen offen und einsichtig im Buch vor, die aktuelle Erhebung hat wiederum, wie auch 2008, deutliche Hinweise für eine konstruktive und zukunftsorientierte Gestaltung von Weiterbildungsangeboten vorrätig.

 

Für alle Institutionen und handelnden Personen im Arbeitsfeld der Erwachsenbildung stellt diese Trendanalyse ein grundlegendes Instrumentarium für die Arbeit dar.

 

M.Lehmann-Pape 2010