expert Verlag 2018
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Egon Freitag – Lexikon der Kreativität

 

Detaillierte Betrachtung einer Grundmöglichkeit des Menschen

 

Ein „Lexikon der Kreativität“ mutet vom Titel ungewohnt und, zunächst, ein wenig merkwürdig an. Ist „Kreativität“ nicht etwas, was man „intuitiv“ besitzt, hat oder ausführen kann und eben nicht eine Kraft des Menschen, die in lexikalischer Form in Worte gebannt werden könnte?

 

Das „Eigentliche“ an der Kreativität betrifft dies sicher, aber die Vielfalt kreativer Möglichkeiten, Fähigkeiten und kreativer Gebiete, die sich herausarbeitende immense Bedeutung kreativer Prozesse auf individueller und allgemeiner breiterer Ebene im Blick auf die Gegenwart und die nahe und weitere Zukunft, das ist durchaus beschreibbar und dem geht Egon Freitag lesenswert nach.

 

In einer Zeit, in der manche Wissenschaftler vom „Beginn des kreativen Zeitalters“ sprechen und gar eine „kreative Klasse“ prognostizieren. Wobei natürlich kreativ Schaffende, nicht nur Künstler im engeren Bereich des Begriffes, immer schon eine gewisse „Welt für sich“ dargestellt haben (was allein schon an der breiteren Toleranzhaltung gegenüber ausgewiesenen „Kreativen“, von van Gogh über moderne Musiker oder eine Steve Jobs aufzeigt).

 

Auf jeden Fall kann man der grundlegenden These im Buch leicht folgen, das im „digitalen Zeitalter“ Kreativität zu einem wichtigen, eigentlich gar entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden ist. Vom „selbstfahrendem Auto“ im Großen, dass ganz, traditionelle Industriezweige bedrängt bis hin zu kleinen „Apps für den Alltag“, nicht nur in der Kunst, auch im alltäglichen Leben und Wirtschaften ist Kreativität mehr und mehr gefragter und wohl deutlich wichtiger, als Erfahrung und daraus erwachsende routinierte (Arbeits-) Haltungen.

 

Kontinuierliche Innovationsprozesse und kreative Strategien werden so zum fortlaufenden Anspruch und Alltag, zumindest in der Arbeitswelt. Haltungen und vielfache Orte mit Anspruch an kreatives Handeln, die Freitag im Buch breit zusammenstellt und detailliert erläutert.

 

In traditioneller lexikalischer Form bietet Freitag dem Leser einen komprimierten Einblick in das, was eine kreative Persönlichkeit ist und ausmacht, wie jene „Schöpferkraft des Menschen“ differenzierter beschrieben und erläutert werden kann, wie kreatives Denken entsteht, aber auch formale Methoden der Ideenfindung und Problemlösung finden sich im Lexikon ebenso aufgenommen, wie Fragen und Probleme der angewandten Kreativität bis hin zu den grundlegenden Fragen der Motivation von Menschen, sich kreativ zu engagieren, der eigenen kreativen Möglichkeiten „freien Lauf“ zu lassen.

 

Wobei, trotz der alphabetischen Ordnung, das Buch durchaus auch schlicht von vorne nach hinten gelesen werden kann, wie konkret bestimmte Begriffe und Methoden schnell zu finden und passend beschreiben im Werk vorliegen.

 

Von „A“ wie „Achtsamkeit“ über „B“ wie „Brainstorming“ bin zur „Emotionalen Intelligenz“, „Empathie“. Von der „Ideation“ über das „Kreativitätsdreieck“ bis zur „Zukunftswerkstatt“ und dem „zweiten Schöpfer“.

 

Ein empfehlenswertes Werk, dass erstmals in breiter Form Begriffe, Methoden, Grundlagen, und Anwendungsgebiete kompakt und übersichtlich bereithält.

 

 

Mit dann natürlich dem Impuls, bei den je persönlich interessanten Begriffen und Richtungen, diese durch weiterführende Literatur zu vertiefen. Wie jedes Lexikon ist auch dieses mit komprimierter Erläuterung ausgestattet, nicht mit erschöpfenden Darstellungen der einzelnen Themen.

 

M.Lehmann-Pape 2018