Klett-Cotta 2014
Klett-Cotta 2014

Jan-Uwe Rogge – Der grosse Erziehungscheck

 

Plädoyer für einen ressourcenorientierten Ansatz in der Elternbildung

 

Im Großen und Ganzen ist mit den Klappentexten (fast) alles vorweg Wesentliche zu diesem Buch gesagt. Wenn da nicht der doch der ein stückweit irreführende Titel wäre.

 

Wie auf der Rückseite des Buches vermerkt, Rogge stellt zwar zunächst gängige Elternbildungskonzepte und „Elterntrainings“ vor.

Von älteren (aber bewährten) Trainings wie „Gordon Familienkonferenz“ über in den letzten Jahren sehr verbreitete Ansätze wie „Starke Eltern – Starke Kinder“ bis hin „Marte Meo“ oder aktuellen Beratungsansätzen.

 

Sehr sachgerecht und kundig legt Rogge in diesem Teil die Kerngedanken, die Arbeitsweise, Ziele und Methoden der einzelnen Ansätze dar, wenn dies auch sehr komprimiert geschieht.

 

Das dies aber, wie der Titel suggeriert, nur als „Check“ zu verstehen ist, den geneigte Eltern vergleichend lesen und sich dann für eines der vorgestellten Konzepte entscheiden, stellt sich im Buch dann doch grundlegend anders dar.

 

Außer man versteht die breiten Ausführungen Rogges zu seinen eigenen Vorstellungen und Ansätzen als gleichwertiges Angebot zu allen anderen Konzepten im Buch.

 

Im Hauptteil des Buches entfaltet Rogge nämlich in der Hauptsache eine Quintessenz für die aktuelle Elternbildung, die er auf den drei Säulen „Begleitung, Bestärkung und Beratung“ als „das, was Eltern heute brauchen“ fußen lässt.

 

All dies basiert erkennbar auf Elementen der Entwicklungspsychologie und der „Lösungsorientierten Beratung und Therapie“, die sich vorhandenen Ressourcen zuwendet und mittels derer etwaige Probleme oder Reibungen einer Lösung zuführt.

 

All das ist sehr verständlich erläutert, logisch aufeinander aufgebaut und fundiert argumentiert, bietet durchaus einen überschaubaren Blick auf gängige Elternbildungskonzepte und überzeugt auch in Rogges eigner, ressourcenorientierter Haltung.

 

Es ist für die Lektüre des Buches nur vorweg gut zu wissen, dass Rogge im Kern seine eigene Haltung und konzeptuelle Ausrichtung im Buch begründet vorlegt.

Was allein daran erkennbar ist, dass gut 55 Seiten der  Darstellung „anderer“ Ansätze gelten, demgegenüber aber der Rest des Buches (fast 200 Seiten) das eigene Konzept entfaltet.

 

 

Dies gelingt Rogge, wie im gesamten Buch, sehr griffig und „aus dem Leben gegriffen“, so dass die Lektüre insgesamt durchaus eine große Bereicherung für Eltern (und Berater) darstellt, sowohl im komprimierten Überblick über das, „was auf dem Markt“ ist, als auch in dem, wie Rogge seine Schwerpunkte setzt, herleitet und begründet.

 

M.Lehmann-Pape 2014