Eudaimonia 2018
Eudaimonia 2018

Leif Frenzel – Formulierungskunst

 

Systematik für eine erfolgreiche Kommunikation als Redner

 

„Kommen Sie auf den Punkt, und dann – lassen Sie es dabei“.

Und das dynamisch und mit gewissem Tempo.

 

Es ist nicht nur wichtig, etwas zu Wissen und / oder mitzuteilen zu haben, sondern in der Mitteilung ist es letztlich entscheidend, jeweils genau die Form der Mitteilung wählen und umsetzten zu können, die der Botschaft und dem Zuhörerkreis entsprechen.

 

Die eigenen, individuellen Möglichkeiten der „Formulierungskraft“ zu entfalten, überspannend in den Bereichen und Anlässen zur Kommunikation klar und eindeutig verständlich zu agieren, das ist das Ziel dieses Programms, das Leif Frenzel nun in Buchform vorliegt mit seinen vielen verständlichen Einheiten.

 

Was, das sollte vorweg klar sein, ein Arbeitsbuch darstellt und nicht einfach als flüssige Lektüre am Ende schon alleine Erfolge zeitigen wird.

 

„Gute Formulierungen entstehen nicht spontan---sie sind erst nach mehreren Umarbeitungen klar und verständlich“.

Geduld und die Bereitschaft, langsam sich den einzelnen Elementen der Rhetorik zu nähern, die Frenzel dem Leser an die Hand gibt, sind somit unabdingbare Voraussetzungen für einen Gewinn bei der Lektüre.

 

Der dann aber nicht lange auf sich warten lässt.

 

Wobei neben vielfacher sehr konkreter Instrumente (Keine „Opfer-Sprache“ verwenden, Konjunktive sehr überlegt nur einsetzen, aktive statt passive Sprache durchgehend verwenden Hauptfiguren entfalten und nutzen, Geschichten gestalten, verneinende Sprache minimieren und vieles mehr) vor allem zwei übergreifende Bereiche für eine geschliffene Kunst der Formulierung notwendig sind.

 

Das eine ist die „Bewusstheit“ seiner selbst, dessen was man sagen will und der Form, wie dies in der konkreten Situation am bestens gestaltet werden kann, mit dem Mittel des „Werkzeugkasten-Mindset“.

Jene innere Sammlung von „Formulierungsfähigkeiten“; die durch eigene Lektüre, sorgfältiges Nachdenken und Vorbereiten und, vor allem, durch viel Übung mehr und mehr entsteht und der „Bewusstheit“ verhilft, sich kongenial Ausdruck zu verschaffen.

Ein „Werkzeugkasten“, den Frenzel Schritt für Schritt für und mit dem Leser entwickelt.

 

Das anderen ist das „Kontext-Management“, die Fähigkeit, den jeweiligen Kontext umgehend als „Färbung“ der eigenen Formulierungen mit zu nutzen und mit der jeweiligen Hörerschaft auch gemeinsame Kontexte herzustellen (wobei es so manchem vielleicht zunächst ungewohnt erscheint, sich eben nicht mit langen Einleitungen, Vorgeschichten und Hintergrundinformationen aufzuhalten, sondern zu verstehen, dass nichts besser wirkt als ein gewisses „Tempo der Ereignisse“, welches die Handlung umgehend vorantreibt und die Hörer von Beginn an „hineinversetzt“).

 

So treffen somit Inhalt und die Arbeit an der konkreten Formulierung auf der einen Seite und die Beachtung der Situation und „der anderen“ gleichwertig und gleich wichtig zusammen, um am Ende ein klare, dynamische und auf den Punkt kommende Botschaft je bestmöglich zu vermitteln.

 

„Sie sprechen aus, was andere nur denken und tun es dennoch in einer Weise, die keine Spannung erzeugt“.

 

Das Gute ist, dass kann man lernen und das ist jedem mit seinem ganz persönlichen „Inventar“ möglich, daran erfolgreich zu arbeiten. Das Dazugehörende ist, dass es die Bereitschaft zur Arbeit und Übung benötigt und nicht einfach vom Himmel fallen wird.

 

Aber Mit diesem Werk findet sich eine gute, verständliche und strukturiert aufgebaute Handreichung, die ins ich stimmig umgehend zur praktischen Umsetzung motiviert. Gerade weil jeder und jede bereits eine „geprägte Form“ der Kommunikation besitzt, ist dabei der Anfang schwierig, denn nicht wenig der eigenen Automatismen werden zunächst über Bord gehen müssen, um die nötige innere Freiheit für tatsächlich zupackend treffende Formulierungskünste zu schaffen.

 

 

Eine anregende und hilfreiche Lektüre.

 

M.Lehmann-Pape 2018