wbv 2011
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Marika Hammert, Erika Kanelutti, Ingeborg Melter (Hg.) – Zukunftsfeld Bildungs- und Berufsberatung

 

Wissenschaftliche Betrachtung des Arbeitsfeldes

 

Bildungs- und Berufsberatung ist aktuell bereits schon ein integraler Bestandteil des öffentlichen Arbeits- besser Vor-Arbeitsmarktes. Hierbei zählen sich nicht nur  junge Menschen zu den Klienten der beiden Beratungszweige. Mehr und mehr benötigen auch ältere Menschen im Blick auf die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes bis über die Mitte des Lebens hinaus noch Beratungen im Blick auf Bildungsmöglichkeiten und Berufsaussichten.

 

Trotz der zunehmenden Bedeutung der Arbeitsfelder sind die beiden Bereich wissenschaftlich noch wenig im Fokus der Aufmerksamkeit gewesen und daher wenig fundiert in ihrer Genese und aktuellen Befindlichkeit erforscht.

Im Zuge der Fachtagung „Zukunftsfeld Bildungs- und Berufsberatung“ (2010) ist in dieser Hinsicht ein wesentlicher Schritt gegangen worden. In vielfältigen Blickrichtungen finden sich im Rahmen dieser Tagung Beiträge der theoretisch-wissenschaftlichen Seite, aber auch der Verfahren und Instrumente für die Praxis, zudem verbindende Beiträge beider Felder.

 

Der vorliegende Band stellt die Beiträge der Fachtagung von 2010 zusammen und bringt sie in dieser Form gebündelt und konzentriert vor Augen. Ein aktueller Stand der Diskussion um die zukünftige Ausrichtung der Bildungs- und Berufsberatung ist damit gegeben.

 

Bereits der Einstieg ins Thema durch Bettina Davies verweist prägnant auf die zunehmende Notwendigkeit, aber auch die bereits vorhandene Wirksamkeit der Beratungsangebote im Blick auf konkrete und exemplarische Bildungsbiographien gegenwärtiger Prägung. Erweitert wird diese Erhebung durch Julia Ebringhoff, die verständlich die gesellschaftlichen Auswirkungen des Umbruchs in der Lebens- und Arbeitswelt und deren Folgen für eine zukünftige kompetente Berufs- und Bildungsberatung darstellt.

 

Sachlich logisch geordnet folgen theoretische Betrachtungen zu einer nachhaltigen Beratung, zu einer Reflektion bisheriger Beratungsarbeit, aber auch psychologische Einflüsse auf die Berufswahl werden mit Erklärungsansätzen durch Christian Bergmann versehen. Ein eigener Teil der Vorträge beschäftigt sich mit der konkreten Vorfindlichkeit von Ansätzen, Modellen und Verfahrensweisen der Beratungspraxis, hier liegt ein wesentlicher Schwerpunkt der Beiträge auf Ansätze und Möglichkeiten ausdifferenzierter, individueller Beratungen.

 

Neben dem Managen von Wissen und Information und der Notwendigkeit, Qualität und Qualitätsstandards verbindlich zu entwickeln findet sich im Buch abschließend noch ein hochinteressant zu lesender Teil zur weiteren Professionalisierung der Beratungsangebote und Beratungstätigkeiten. Ethische Standards gehören hier genauso hinein, wie der Mut zu einer individuellen Ausrichtung der jeweiligen Beratungsansätze und damit die Schaffung einer Beratungsvielfalt der Angebote und angewandten Ansätze und Modelle.

 

Das Buch bietet einen breiten Blick nicht nur auf den Status quo bildungs- und berufsberatender Wirklichkeit, sondern legt eine Vielfalt von Ansätzen und Impulsen vor, die Zukunft dieses wichtiger und wesentlicher werdenden Arbeitsfeldes in einer bildungsorientierten Arbeitswelt professionell und zielgerichtet zu gestalten. Sowohl für Berater und solche die es werden wollen ein kompetenter Einblick, als auch für jene, die die Weichen zu stellen haben für eine konstruktive, individuelle und kompetente Beratungsarbeit.

 

M.Lehmann-Pape 2011