Beltz 2014
Beltz 2014

Sylvia Kere Wellensiek, Joachim Galuska – Resilienz. Kompetenz der Zukunft

 

Herausforderungen bestehen, Möglichkeiten nutzen

 

Die Dinge in Ruhe betrachten zu können, auch wenn es einmal hektisch oder druckvoll von außen wird.

 

Die Unwägbarkeiten des Lebens eben als „unwägbar“ anzunehmen und sich von  „Überraschungen“ auf dem Lebensweg nicht umgehend aus dem Tritt bringen zu lassen, sondern diesen „Fluss des Lebens“ immer auch als Möglichkeit zu begreifen.

 

Eine gewisse Form der Nervenstärke somit, das meint der Begriff „Resilienz“.

 

Das Leben ist nicht im Letzten vorhersehbar und/oder kontrollierbar, es birgt Risiken. Diesem Fakt mit innerer Stärke begegnen zu können, sich in immer mehr unüberschaubar werdenden Strukturen nicht immer wieder von unverhofften Ereignissen sofort aus der Bahn werfen lassen, das sind Voraussetzungen dafür, mit all dem Unwägbaren und dem, was an Risiko auch im Raume steht, einen konstruktiven Umgang zu finden. Daran zu wachsen statt daran zu verzweifeln oder zu scheitern.

 

„Widerstandskraft, Belastungsfähigkeit, Flexibilität“, mit diesen drei Begriffen bringt Sylvia Kere Wellensiek die Ausformung der Resilienz im Menschen auf den Punkt. Begriffe, denen Joachim Galuska zudem noch die „weichen“ Faktoren zuordnet, die es benötigt, auf sich selbst in all diesen Situationen zu achten, die eigenen Gefühle zu beachten, sich angemessen einzubringen, sich selber weitgehend steuern zu können, statt nur reaktiv überraschenden Wendungen im Leben gegenüber zu stehen.

 

Wobei Resilienz in den Augen der Autoren zwar durchaus in verschiedener Ausprägung dem Menschen „mit auf den Weg gegeben“ ist, aber „aktiv angestoßen und verstärkt“ werden kann, ein „Prozess, der an Dynamik und Wechselwirkung geprägt ist“. So dass jeder eine Art „Steaufmännchen“ werden kann, die einen mit mehr Anlauf, die anderen mit weniger.

 

Im Folgenden legen die Autoren strukturiert und sehr verständlich im Stil die verschiedenen Ebenen (Person, Unternehmen, Gesellschaft), die verschiedenen „Orte der Resilienz“ und di konkrete „Wirkweise“ facettenreich im Buch vor. Wobei im Besonderen der „gesellschaftliche Blick“, die „Resilienz als Grundlage für Nachhaltigkeit“, aber auch die ethischen Implikationen dieses Buch von anderen aktuellen Werken zur Reislienz unterscheidet.

 

Wie die „Wirkung der Resilienz“ in Form von „Präsenz und Offenheit“ dem Leben gegenüber auf der Basis einer ruhigen Souveränität sich auf den persönlichen Umgang mit den Unwägbarkeiten und Risiken des Lebens auswirkt, aber auch auf die unternehmerische Gestaltung und die gesellschaftliche Ausrichtung Einfluss nehmen kann, das gelingt den beiden Autoren in gut ergänzender Weise, dem Leser nahe zu bringen.

 

Vielfache Hinweise auf Möglichkeiten, die eigene Reislienz in den Blick zu nehmen und zu verstärken runden die Darlegungen immer wieder konkret und fassbar ab.

 

 

Eine empfehlenswerte Lektüre zu einer wichtigen „Kraft für das Leben“.

 

M.Lehmann-Pape 2014