Lotos 2016
Lotos 2016

Thomas Hohensee – 10 Dinge, die jeder von Buddha lernen kann

 

Gut, immer wieder erinnert zu werden

 

Was die Entfaltung und Entwicklung der eigenen Person angeht, muss man dies alles gar nicht „neu erfinden“ oder sich ständig im „Trial und Error Verfahren“ alleine aus sich selbst heraus aneignen.

 

Was es zum Inneren des Menschen und zu Entwicklungsmöglichkeiten zu sagen gibt, ist eigentlich seit tausenden von Jahren bereits gedacht, erzählt und in Schriften verfasst worden. Zeitlose Wahrheiten, so könnte man das nennen, auch wenn sich schon damals nicht alle über „den einen Königsweg“ einig waren.

 

Die Aufgabe dessen, der Fertigkeiten und Charaktereigenschaften in sich stärken und entfalten möchte ist also eher die, aus den vorhandenen Erkenntnissen die für sich tragenden herauszufiltern, weniger eine Aufgabe der „Neuerfindung“.

 

Und so ist es gut, da die Grundfragen des Menschen über sich, sein Sein, über die Frage nach möglichen Wegen und Hilfestellungen gerade da, wo es in einem selbst und mit sich selbst zu haken, zu reiben scheint, immer wieder aufs Neue mit den tiefen Erkenntnissen der Weisheit der Jahrtausende abzugleichen.

 

Hohensee besitzt hierbei die Gabe, das ganze so frisch und unprätentiös zu vermitteln, dass tatsächlich der Inhalt in moderner Form aufgenommen werden kann und nicht bedeutungsschwangere „ewige Worte“ einem das Lesen und bedenken unnötig erschweren.

 

„Denn die Lehre Buddhas enthält Weisheiten, die für jeden interessant sind“.

Weil er sich eben mit den wesentlichen Fragen des Lebens beschäftigt hat, die sich seit damals, vor 2500 Jahren, bis heute nicht wirklich geändert haben.

 

Sein Glück finden trotz der Erschwernisse und des Leidens, von dem das eigene Leben nicht verschont bleiben wird? Das geht und Buddha beschreibt einen Weg, der gangbar ist.

 

Und das nicht als „eherne Regeln“; die für jeden gleich gelten und auswendig zu lernen sind, sondern, ganz modern eben als Eröffnung eines individuellen, dynamischen Prozesses der Entwicklung hin, für die die Lehre Buddhas eher einen Rahmen, eine Wegorientierung beschreibt, die dann persönlich gefüllt und individuell gegangen werden will.

 

Eine Dynamik, die Hohensee immer wieder vor Augen führt und damit jedem Leser Möglichkeiten eröffnet, statt Verbote oder Einengungen zu betonen.

 

Gerade weil die Welt sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten, eigentlich immer schon, so sehr um „Fassbares“ dreht, um Güter, Konsum, Geld. Gerade weil es hinter diesem immer schneller sich drehenden Karussells der „Effizienz“, der „Macht“ und des „Geldes“ doch nur um die Frage nach Glück und, vor allem, Versuche der persönlichen Absicherung geht und sich eben das Eigentliche, was angestrebt wird, Glück, Gelassenheit, Liebe, innere Sicherheit  nicht „kaufen“ lassen, gerade darum tut es dem Menschen gut, seine Energie nicht immer auf das „Instrument“, auf das „Zweitbeste“ zu richten, sondern nach den echten Quellen eines gelingenden Lebens zu fragen. Und wo man diese finden könnte.

 

Dass die Antworten bekannt vorkommen (Buddhas Lehren sind ja nicht erst seit gestern im „Westen“ schon lange angelangt“, dass man der eigenen, inneren Weisheit folgen lernen kann (und sollte), das im Leiden Glück zu finden ist (und man Problemen und Konflikten daher nicht ausweichen sollte, sondern gerade deshalb sich diesen direkt stellt, weil Impulse dort zu finden sein werden, die weiterführen), das man „Gelassen bleibt“ nicht „weil“ man etwas erreicht hat (und erst dann), sondern „trotzdem“ es ist, wie es ist.

 

In einfacher, klarer Sprache lässt Hohensee Buddhas „alte“ Weisheiten in ihrer Zeitlosigkeit wirken und bietet damit zumindest höchst anregenden Stoff für die eigene Reflexion, vielleicht sogar einen echten Impuls, sich anders auszurichten.

 

 

Eine sehr empfehlenswerte Lektüre. Deren Inhalt nicht neu und durchaus bekannt ist, die aber immer wieder aufs Neue ins Gedächtnis gerufen werden will und sollte.

 

M.Lehmann-Pape 2016