Beltz 2014
Beltz 2014

Alica Ryba, Daniel Pauw, David Ginati, Stephan Rietmann (Hg.) – Professionell coachen

 

Bewährt, praxisbezogen und hervorragend dargestellt

 

Themenorientierte Interventionen, entwicklungsorientierte Interventionen, prozessorientierte Inteventionen, ein klarer Blick auf die professionelle Coachingpraxis mit der theoretisch fundierten Bestimmung der Grenze zwischen Coaching und Psychotherapie, dem Verweis auf häufige Coachingfehler, grundlegende Gedanken zu den Möglichkeiten und Grenzen der Persönlichkeitsentwicklung, abgerundet (aber noch lange nicht abgeschlossen in der Nachwirkung des Buches) durch einen sehr erhellenden „Junior-Senior-Dialog“, bietet dieses Praxisbuch Methoden, Möglichkeiten, Hinweise, Reflexionen, eine Einordnung des Coachings und sehr bedenkenswerte Überlegungen zu den notwendigen Haltungen eines Coachs, welche in dieser Fülle, Qualität  und umgehenden praktischen Nutzbarkeit kaum an anderem Orte zu finden sein werden.

 

Zudem findet der Leser auch die „Formalia“ zum Coaching in Form von Verbänden, Ausbildungsmöglichkeiten, Zeitschriften, Kongresse und Tagung und einiges mehr an nützlichen Informationen „rund um das Coaching“.

 

All dies auf der festen Prämisse, dass „Vorgehen und Erfahrungen abzugleichen und neu zu entwickeln sind“ und das als dauerhafter Prozess, nicht als ständige Rekapitulation einmal gelernter Inhalte.


Selbstredend hat jeder professionelle Coach und Berater seinen ihm eigenen Stil, beruhend auf der konkreten Richtung seiner Ausbildung, (hoffentlich) persönlich weiterentwickelt, erweitert und ergänzt durch neue Impulse und reine Erfahrungen.

 

Dennoch, Coaching vollzieht sich in einem doch in der Breite ähnlichen, fast gesetztem Rahmen, steht für jeden Coach vor ähnlichen Herausforderungen und wird an ähnlichen Punkten ähnliche Hürden bereit halten in dem Versuch und Wagnis, „Wirklichkeit in der notwendigen Komplexität zu erfassen“.

 

Aufgrund der Kompetenzen und Erfahrungen der Autoren in diesem Buch wird schon nach wenigen Seiten deutlich (und erhärtet sich im weiteren Verlauf der Lektüre), dass hier „aus der Praxis für die Praxis“ mit hoher Qualität Impulse gesetzt werden, Voraussetzungen, Prozesse, Möglichkeiten und Grenzen des Coaching reflektiert vorliegen und der Leser sowohl ein vielfältiges Instrumentarium zur Erweiterung seiner eigenen Tätigkeit finden wird, wie auch grundlegende Überlegungen zum eigenen Prozess der Entwicklung in diesem Arbeitsbereich.

 

Mit immer der Notwendigkeit, und, das spürt man dem Buch auch in der Haltung der Autoren durchgehend ab, einer „kritischen Distanz zu Klischees und Methodenfixierung, zu Heilslehren und Sektendynamiken“.

 

Diese Haltung ist im praktischen Vollzug der Darlegung fast die Wichtigste, denn Methodenstreit, tiefe Überzeugung der eigenen Methode und der eigenen Herangehensweise als der „eigentlich Richtigen“ (und eigentlich einzig möglichen) durchziehen den Therapie- und Coachingbereich ja zu Hauf.

 

Wenn Paul Watzlawick sein „Anything, if it does“ formuliert, dann findet sich diese Überzeugung in diesem Buch erkennbar wieder.

 

Was es tut, was praktisch hilft und wirkt, wie man sich der Wirklichkeit in der notwendigen Komplexität nähert und dann, ganz praktisch, mit dieser Umgang findet, dazu verhilft dieses Buch in hervorragender Weise.

Wenn man es unvoreingenommen auf seine Umsetzbarkeit in der eigenen Praxis hin nutzt in diesem „unüberschaubaren“ Feld der Angebote im Coachingbereich.

 

 

Für den im Bereich Arbeitenden eine essentielle Hilfe für Praxis, grundlegendes theoretisches Verständnis und Reflexion des Coachingprozesses und seiner Voraussetzungen und Folgen, für jeden am Bereich Interessierten eine umfassendes, fundierte und in Sprache und Übersichtlichkeit hervorragend dargestellte Lektüre.

 

M.Lehmann-Pape 2014