Beltz 2016
Beltz 2016

Anke Handrock, Claudia Anna Zahn, Maike Baumann – Schemaberatung, Schemacoaching, Schemakurzzeittherapie

 

Übertragung der Schematherapie auf andere therapeutische Situationen

 

„Schematherapie ist ein therapeutischer Ansatz, der bei schwierigen psychischen Themen nachweislich gut wirksam ist“.

 

Und da auf der anderen Seite es steter Wunsch und Antrieb der Autoren für ihre praktische Arbeit ist, auch in den „alltäglichen therapeutischen Arbeitsbereichen“ und hier speziell im Blick auf das Coaching, Konzepte zur Anwendung zu bringen, deren Grundlagen nachweisliche Wirkung erbringen, liegt eine Übertragung von Grundlagen und einzelnen Elementen der Schematherapie in diesen Bereich nahe.

 

Gerade weil die Schematherapie einerseits emotional wirksam ist und sich dennoch dem kognitiven Verständnis des Klienten nicht verschließt, eignet sich der Ansatz auch in anderen Bezügen als der Psychotherapie, da anhand des Modells das Verständnis für die eigenen Reaktionen und die der anderen nachvollziehbar erklärt werden kann.

 

Schritt für Schritt nun legen die Autoren ihre Methode des „schematherapeutisch beeinflussten“ Coachings vor, verweisen auf die Bezüge in der Beratung und der Kurzzeittherapie, immer aus dem Arbeitsalltag heraus gegriffen und zeigen damit ihr theoretisches Modell ebenso überzeugend auf, wie die praktische Umsetzung durch Anleitungen, Wordings, Übersichten, praktische Übungen und Beispiele aus der Praxis umgehend einsetzbar und motivierend vermittelt werden.

 

Das Angebot dabei ökonomisch und zeitlich überschaubare zu alten und klare Handlungsanweisungen vermittelt zu können zeigt dabei ebenso die Vorteile dieser Übernahme von schematherapeutischen Grundlagen und Methoden auf, wie die Möglichkeit der Beschreibung eines je konkreten Veränderungsweges und die Formulierung klarer Zielkriterien.

 

Bei all dem stellt der Dreiklang von „Schemaberatung – Schemacoaching – Schemakurzeittherapie“ die drei Stufen des Modells dar.

 

Über die Identifikation der Themen (Beratung) führt der Weg dabei über den forcierten Ressourcenaufbau, der Herstellung des Kontaktes zwischen „Erwachsenen-Modus und Innerem-Kind-Modus zur kognitiven Integration der Hintergründe des Verhaltens und zum Erlernen eines konstruktiven Umgangs mit der vorliegenden Situation (Coachingteil, bei dem die Aktivierung von Ressourcen im Vordergrund steht).

 

Die Arbeit am inneren Konflikt mit „Modus-Dialogen“ u.a. Elementen, das Rescripting und die neue Zielausrichtung samt „Sicherung“ bildet die „Spitze“ des Modells in Form einer Kurzzeittherapie (hier liegt er Schwerpunkt auf der Modifikation negativer Erfahrungen).

 

Eine Herangehensweise, die sich davon wissen die Autoren vielfältig zu verrichten, zum einen oft fließend in den Coachingprozess einbinden lässt, ohne dort die Beziehungsstruktur zu verändern und die zum anderen griffige und klare Fortschritte im Prozess durch die Verbindung emotionaler Aufarbeitung und kognitiven Verständnisses derselben aufzeigt.

 

Dabei werden „Grenzverletzungen“ zur psychotherapeutischen Arbeit vermieden. Voraussetzungen des Coaching-Prozesses ist die Fähigkeit des jeweiligen Klienten, das Leben selbstständig zu organisieren und zu regeln (wobei durchaus biografisch belastende oder traumatische Erlebnisse im Rahmen des Coachings zur Sprache kommen und bearbeitet werden können. Diese führen jedoch nur in schweren Fällen zu Ausbildung von Symptomen mit Krankheitsbild).

 

Um dies unterscheiden zu können ist eine fundierte Ausbildung des Coaches auch in den psychotherapeutischen Indikationen Voraussetzung.

 

 

Ein insgesamt sehr anschaulich erläutertes, sehr verständliches und überzeugendes Modell für eine differenzierte und strukturierte Coaching-Arbeit, die praxisorientiert verfasst wurde und mit vielfachen Hilfestellungen, Methoden, Instrumenten und Fallbeispielen zur Arbeit mit dem Modell umfassend anregt.

 

M.Lehmann-Pape 2016