Beltz 2012
Beltz 2012

Bea Engelmann – Therapie Tools Positive Psychologie

 

Aus der Praxis für die Praxis

 

Unter den Leitbegriffen Achtsamkeit, Glück und Mut subsumiert Bea Engelmann in diesem, ausgesprochen auf die therapeutische Praxis hin ausgelegten, Buch Übungen, Arbeitsblätter, Impulse, Anregungen und vieles mehr (ergänzt zudem durch den Zugang zu einem breiten Fundus an Online Materialien) für die praktische Arbeit an und mit der „Positiven Psychologie“.

 

In diesem Sinne ist es zu verstehen, dass die Einführung in die positive Psychologie äußerst kompakt auf zwei Seiten vorgelegt wird. Das Buch eignet sich bei weitem nicht zu einem Einstieg in das Fachfeld der Therapierichtung an sich. Adressaten sind somit vorrangig im Berufsfeld tätige Therapeuten, Psychologen, Supervisoren und Berater, die bereits vor erfahren und geschult im Feld der positiven Psychologie sind, die im Rahmen des Grundansatzes, positive Emotionen aufzunehmen und damit Stärken und Tugenden aufzubauen ihre praktischen Kompetenzen ausweiten möchten.

 

„Das Gute im Menschen mehren“ ist dabei das leitende Kerninteresse der positiven Psychologie und in diese Richtung hin sind ebenfalls die vielfachen Arbeitsmaterialien des Buches hin ausgerichtet und aufgebaut. Um nun die Stärken zu mehren (auf Basis dessen, dass der Klient sich selber als verantwortlich für sein Denken, Fühlen und Handeln und damit als Motor seiner Entwicklung versteht) bietet die positive Psychologie vor allem die Arbeit im „Dreiklang“ der Bereiche „Achtsamkeit, Glück und Mut“ an, Konzepte, die allesamt auf das Positive im Leben ausgerichtet sind.

 

Wie nun einerseits innere und äußere Vorgänge mit „Entspannter Aufmerksamkeit“ zu betrachten und mit diesen ein völlig wertfreier Umgang zu finden ist, wie es gelingen kann, das Glück in sich zu entdecken, damit wir „sind, was wir sein können und werden, was wir werden können“ und wie der Mut zum einen die eigene Entwicklung gegenüber Blockaden befördern kann und zum anderen als Pendant zur Angst dieser gegenüber als Korrektiv genutzt werden kann, dies ist mit differenzierten und durchaus fundierten Arbeitsmitteln im Buch hilfreich beschrieben und praktikabel vorgelegt.

 

In eigenständigen Kapiteln zur jeweiligen Ressource folgt, nach einer kurzen theoretischen Einführung, jeweils eine Sammlung von Arbeitsmaterialien, welche die Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema, aber auch die Selbstreflektion anregen und in Fluss bringen.

Arbeitsmaterialien, die durchaus hilfreich zur Seite stehen (den Therapeuten aber natürlich nicht ersetzen können oder auch nur wollen), um aus einer problemorientierten in eine lösungsorientierte Haltung zu gelangen. Übungen, die zudem nicht nur für den Klienten von Nutzen sind, sondern durchaus auch für den handelnden Therapeuten. Übungen, die vor allem eines zunächst schaffen, ein „freies Klima!. Ob mit „Gedankenblumen“, mit dem Wagnis eines „Blickes hinter die Kulissen“ oder mit Impulsen für die eigene, weitere Entwicklung, der Begriff „Achtsamkeit“ trifft durchaus auf die vorgeschlagenen Materialien und Übungen mit zu. Vom allgemeinen „Innehalten“ bis hin zur konkreten und kleinteiligen Arbeit an positiven Emotionen.

 

In Stil, Sprache Form lädt das Buch zur Arbeit breit und gut ein. Die theoretischen Informationen werden verständlich, knapp und präzise gegeben, die Erläuterungen zum Umgang mit dem Buch erleichtern den Einsteig, jederzeit weiß der Leser, was wie zu bearbeiten wäre. Die ausgesprochene Vielfalt des Materials erleichtert eine konkrete Auswahl für konkrete therapeutische Situationen.

 

Alles in allem bietet Bea Engelmann für all jene, die mit der positiven Psychologie arbeiten wollen, eine ganz hervorragende Praxishilfe, in der sicherlich jeder Impulse und Materialien findet, die zu ihm passen und für seine konkrete Arbeit geeignet sind.

 

Michael Lehmann-Pape 2012