Carl-Auer-Verlag 2007
Carl-Auer-Verlag 2007

Bill O´Hanlon – Probiers mal anders

 

Lösungsorientierte Beratung für den Selbstgebrauch

 

Der lösungsorientierte Ansatz als Teil systemischer Therapie hat in den letzten Jahren immer weitere Kreise gezogen und ist in seinem Nutzen durchaus anerkannt für Therapie, Beratung und dem Arbeiten mit Gruppen.

 

Bill O´Hanlon hat seine Erfahrungen und seine tiefen Kenntnisse in diesem lösungsorientierten Ansatz nun in seiner Bearbeitung quasi für den „Hausgebrauch“ nutzbar formuliert. Nicht ohne, und das ist gut so, darauf hinzuweisen, dass dies in keiner Weise den Gang zur professionellen Hilfe ersetzt, wenn die Probleme drängend werden. Ähnlich aber wie Paul Watzlawick zu Zeiten mit seinem „Anleitung zum Unglücksichsein“ gebührt O´Hanlon mit seinem Buch durchaus die Anerkennung, vielfach zur Zeit allein in professionellen Strukturen steckende, sinnvolle Erkenntnisse in humorvoller und alltäglich verständlicher Form einem breiten Publikum nun zuzuführen.

 

Ausgehend von der Grundlage, dass sowohl Menschen in problematischen Situationen einerseits wie auch solche Menschen begleitende Berater andererseits in bester Weise eine mögliche Lösung des Problems suchen, dies aber oft mit Strategien angehen, die zumindest die Gefahr der Umwege in sich tragen, legt O´Hanlon sein Augenmerk auf die ressourcenorientierte, pragmatische und strikt auf die Lösung hinarbeitende Form der Beratung und Begleitung. Wie er zu recht feststellt, helfen Erklärungen möglicher Ursachen alleine niemandem wirklich weiter, eine echte Veränderung muss in den Raum treten. Um das konkrete Problem jeweils wirklich zu lösen.

 

Welche Schritte und Haltungen zu einer solchen Veränderung verhelfen und dieser dienlich sein können, das legt er auf den knapp 200 flüssig geschriebenen Seiten seines Buches bestens verständlich dar. Die Vorgehensweise ändern, wenn es seit langem schon immer die gleiche Lösungsstrategie einfach nicht getan hat. Die Betrachtungsweise erweitern und nicht an einer einzigen Idee festkleben bleiben, vor allem nicht, wenn diese eine Idee nicht aus dem Dilemma herausführt und das alles (und noch mehr) getreu nach dem Motto, dass jener, der auf die Nase fällt, diese vorher zumindest schon mal erkennbar nach vorne gestreckt haben muss.

 

Da er mit vielfachen praktischen Beispielen arbeitet, seine Erkenntnisse versteht, jeweils noch einmal im Buch griffig zusammen zu fassen und für die verschiedensten Lebensbereiche eine Anleitung mit an die Hand gibt, wie es erfolgversprechender gehen könnte, folgt man gerne seinem letzten Kapitel, nämlich es anpacken und dann an dem festhalten, was funktioniert, so merkwürdig das, was hilft, einem vorher auch erschienen sein mag.

 

Ein hervorragender Einblick in die Praxis der lösungsorientierten Arbeitsweise und ein Bündel voller Impulse und Ideen für das je eigene Leben.

 

M.Lehmann-Pape 2010