Ariston 2016
Ariston 2016

Claudia Kleinert – Unschlagbar Positiv

 

Ein „Charisma-Training“

 

„Jeder kann Charisma lernen“. Das zumindest ist die klare Aussage von Claudia Kleinert.

 

Steve Jobs, George Clooney, der Dalai Lama, vielfältig ist die Liste all jener mehr oder minder prominenter Menschen, die der breiten Öffentlichkeit demonstrieren, wie Charisma wirkt. Und das „es das gibt“.

Wobei der Leser dabei nicht erst in die bunten Gazetten oder die großen Kinosäle zu gehen braucht, sondern ebenso ist jedem mindestens der ein oder die andere bekannt, die durch ihr oder sein Auftreten, eine begeisterungsfähige Leidenschaft, eine besondere Ausstrahlung eben auch eine anregende, einnehmende Wirkung auf ihr Umfeld erzeugen.

 

Und dass weil „uns diese Menschen ein gutes Gefühl geben und uns mitreißen“.

 

Dass Charisma und Charme, Überzeugungskraft und menschliche Attraktivität (bei Weitem nicht im äußeren Sinne gemeint) nicht einfach ein „angeborenes Talent“ nun darstellen, sondern eine Haltung repräsentieren, die tatsächlich erlernbar ist, das liest sich aus diesem Buch von Claudia Kleinert ganz hervorragend heraus.

 

Sehr praktisch, mit vielen Illustrationen versehen, locker und leicht, flüssig im Ton, erläutert Kleinert einerseits, was denn „Charisma“ überhaupt ist (vielfältig sind die Meinungen und Definitionen dieser „Eigenschaft“) und bietet dann im Folgenden ein ebenso verständliches „Trainingsprogramm“, in dem sie auf die grundlegenden Aspekte des Charismas jeweils differenziert eingeht.

 

Auch wenn ein Teil dieses Talentes vielleicht „angeboren“ ist, so ist es doch jedem Menschen möglich und gegeben, zumindest sichtbar an seiner Ausstrahlung, an seinem „Charisma“ zu arbeiten. „Sämtliche Anlagen zu einem charismatischen Menschen sind uns qua Geburt mitgegeben“.

 

Allerdings kommen diese nur zur Geltung, wenn sie erkannt, näher eingekreist und dann eingeübt und vertieft und, vor allem, erprobt werden. Wobei eben dieses „an sich arbeiten“ nicht lapidar in wenigen Sätzen im Buch kurz vorgestellt wird, sondern dies durchaus den Hauptteil des Werkes ausmacht und Kleinert nicht müde wird, auch kleinteilige Anteile am Charisma zu verdeutlichen und zu vermitteln.

 

„Nach zweimaligem Hanteltraining gehen sie ja auch nicht davon aus, dass ihr Bizeps schon deutlich zu Tage tritt“.

 

Und so steht es dem Leser, der sich nicht nur auf das Buch, sondern auf die Entfaltung des eigenen Charismas einzulassen gedenkt (und damit auf eine Entwicklung einer individuellen und spürbaren „positiven Präsenz“ der eigenen Person ) ohne Verniedlichungen durch die Autorin bevor, sich auf ein echtes und regelmäßiges Training einzulassen. Auf ein näheres Verstehen dessen, was Charisma ausmacht, was es bewirkt und wo es „in einem sitzt“ und ein ebensolches Training, dieses „zum Ausdruck zu bringen“.


Was Kleinert im wahrsten Sinne des Wortes meint, wie der Abschnitt über die sechs wichtigsten Gefühle und deren mimischen Ausdruck klar vor Augen führt.

 

Es gilt, wie in allem, vor allem wie auf allen „Bühnen“ und bei allen „Auftritten“, je mehr durch das Gesicht zum Ausdruck gebracht werden kann, desto stärker ist der Eindruck, den man hinterlässt. Wobei ebenso gilt, dass es eben zur eigenen Person passen muss und ein Überziehen als reines „Schauspiel“ keine „charismatische“, sondern eher eine „abschreckende Wirkung“ erzielen würde.

 

Sich selbst finden, die eigenen Stärken einschätzen lernen, den Mut finden, die eigenen Gefühle sichtbar und authentisch zum Ausdruck zu bringen und damit eine individuelle Präsenz erzeugen, die in jeder Situation Beachtung finden wird, das geht. Zumindest liest es sich überzeugend und logisch aufeinander aufgebaut genug, um durch das Buch genügend motiviert zu werden, sich den Möglichkeiten und Übungen zu stellen und damit dann eigene Erfahrungen zu machen, die die weitere eigene Richtung vorgeben werden.

 

 

Auch wenn der eher legere, umgangssprachliche Ton vielleicht nicht jedermanns Sache ist, auch wenn viele der Inhalte aus anderen Zusammenhängen nicht unbekannt sein dürften, Kleinert gelingt dennoch eine anregende und sehr praxisorientierte „Hinführung zur Entwicklung eines eigenen Charismas“, die das Lesen lohnt.

 

Auch wenn man nicht umgehend oder überhaupt zu George Clooney oder Marylin Monroe werden wird. Es geht um das eigene Charisma.

 

M.Lehmann-Pape 2016