Klett-Cotta 2012
Klett-Cotta 2012

Cornelia Löhmer, Rüdiger Standhardt – Timeout statt Burnout

 

Vorbeugung statt Depression

 

Breit diskutiert wird das „Burnout“ (welches im Eigentlichen eine Depression darstellt) seit Jahren bereits in der Öffentlichkeit, nicht zuletzt durch entsprechende persönliche Berichte Betroffener. In Verbindung mit der statistisch nachweisbaren Zunahme von Krankschreibungen aus psychischen Gründen heraus scheint es klare Hinweise darauf zu geben, das Lebensart, Lebensstil und, vor allem, die vorliegende Arbeitsgeschwindigkeit und Arbeitsverdichtung der psychischen Balance vieler fassbaren Schaden zufügen.

 

Ohne hier näher auf mögliche Hintergründe, auf das Pro und Contra der Diskussion einzugehen, sei das eine zumindest noch angemerkt, dass „Burnout“ für so manche durchaus noch einen positiven „Beigeschmack“ in sich trägt im Zuge eines Nachweises, für etwas „zu brennen“, sich als ganz hineinzugeben (bis eben zur mentalen Erschöpfung).

 

Dieses „sich ganz Hineingeben“, ist es, das von Löhmer und Standhardt unterschwellig mit zum Thema ihrer hilfreichen Darstellung gemacht wird. Denn der Ansatzpunkt zu einem erfolgreichen Gegensteuern gegen ein Burnout liegt einerseits zunächst alleine in der gefährdeten oder betroffenen Person selbst und zum zweiten (im guten Falle) klar vor dem Eintreten der mentalen, depressiven Erschöpfung.

 

Wohin ganz Hineingeben? Und wirklich ganz oder welche Kräfte stehen tatsächlich zur Verfügung? Wann wird positiver Stress zum negativen Stress und wie schafft man es, am entsprechenden Ort, zu „Entschleunigen“?

 

Sich selbst über sich, seine Möglichkeiten, Fähigkeiten, Belastungsgrenzen und die eigenen Ziele klar zu werden, die eigenen Kräfte einschätzen zu lernen, zu begreifen, was einem Sinn macht und sodann Wege zu finden und zu gehen, die ein (vor allem innerlich) erfülltes Leben mit sich bringen, dazu bedarf es einer „Achtsamkeit“ sich selbst und seinem Leben gegenüber.

 

Die  Grundgedanken der „Haltung der Achtsamkeit“ führt das Buch ganz praktisch hin zu der Einübung einer solchen Haltung. Und das erste, wessen es dafür bedarf, ist, den notwendigen Raum zu schaffen.

 

Es braucht Zeit und Stille. Treffend daher der Oberbegriff „Timeout“, der weniger in direkter Form als ein „Ausstieg im Großen“ gemeint ist, sondern zunächst „kleine Oasen“ der möglichen Achtsamkeit ans Herz legt.

 

Dabei gehen Löhmer und Standhardt keinesfalls rein theoretisch vor, sondern bieten ein „Training zur Achtsamkeit“ an, dass in den einzelnen Übungen nicht überfordert, jederzeit einsichtig erläutert und, vor allem, umgehend umsetzbar und wirksam sich darstellt. Nicht ohne knapp, aber präzise die Gefährdungen und sich steigernden Belastungen des modernen Lebens zu benennen.

 

Um den „Kopf über Wasser“ zu halten und dann  noch Kraft und Richtung für das „Schwimmen“ zu bestimmen, dazu verhilft ein achtsamer Umgang mit sich selbst. So stimmt am Ende die Vorgabe: Achtsamkeit ist die beste Prophylaxe gegen Burnout.

 

M.Lehmann-Pape 2013